Kräuter&Leut

Die Frauendreißiger sind noch einmal eine besondere Kräuterzeit. Die Zeit zwischen Maria Himmelfahrt und Maria Geburt nutzten schon früher die Kräuterfrauen, um noch einmal zu sammeln, zu ernten und zu trocknen. Der Vorrat für die bevorstehende dunkle Jahreszeit wurde geholt, Tinkturen und Öle angesetzt, Räucherkräuter aufgehängt und die Hausapotheke aufgefüllt.

 

 

In diesen besonderen Wochen von 15.08. – 12. bzw. 15.09. ist die Heilwirkung der Kräuter am Größten – so hieß es damals. Auch heute nutzen wir diese Tage, und holen uns die Geschenke der Natur, die seit Anfang des Jahres Wind, Sonne und Regen getankt haben und nun alles in sich speichern.

Im Garten des KUBZ Waldsassen freuen sich Petra Stark und Sandra Scherbl jetzt auf die besonderen Führungen im Rahmen der Regio Packerl. Die Ausstrahlung der Marienkräuter und die schöne Stimmung im Garten laden noch mehr als sonst dazu ein, etwas über die Kräuter mit ihren Wirkungen und und ihrer Magie zu erfahren. Und mit dem Inhalt des Packerl können die Besucher diese schönen Momente mit nach Hause nehmen, und auch dort noch einmal genießen.

Was macht ein Regio-Packerl besonders? 

Es ist einmal die Zeit, die sich eine Kräuterführerin speziell nimmt und auf dich abgestimmt eine Wanderung mit dir (und deinen Liebsten) durch besondere Orte unserer Region führt.

 

Petra Stark (li.) und Sandra Scherbl mit den frischgedruckten Exemplaren des Büchleins "Heilkräuter der Himmelskönigin"

Es ist einmal das besondere Packerl, das es als Geschenk im Wert von 30 € dazu gibt. In feinstem, regional genähten Leinentüchern bündeln wir besondere Mitbringsel aus der Region. hier in Waldsassen gibt es sogar ein extra hierfür zusammengestelltes Büchlein über Marienkräuter dazu!

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Diese Wanderung für dich und die Auswahl des Packerls haben wir für dich mit viel Liebe vorbereitet und können dir damit einen Einblick in die wilde Welt der Kräuter geben und auch einen Einblick in die Besonderheit unserer Region.

RegioPackerl-Gutschein im Wald
Natürlich auch als Gutschein zum Verschenken!

Bilder & Text: Sandra Scherbl / Cornelia Müller

 

 

HINWEIS:

Die Erläuterungen, Steckbriefe, Rezepturen sowie Verwendungshinweise sind  nach Überlieferungen der Volksheilkunde, nach eigenen Versuchen und nach bestem Wissen niedergeschrieben. Es bleibt in der alleinigen Verantwortung des Lesers, die Angaben  einer eigenen Prüfung zu unterziehen. Werden Methoden, Ideen und Rezepte dieser Seite angewendet, dann geschieht dies auf eigene Verantwortung und Haftung. Anleitungen, Zubereitungen und Rezepte ersetzen weder eine ärztliche Diagnose noch eine entsprechende Therapie. !!!

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Die Sommermitte wurde von unseren Vorkulturen am zweiten Vollmond nach der Sommersonnwende gefeiert. Die Kelten feierten Lugnasad, die Germanen Lammas. In Zuge der Christianisierung bekamen die alten Mondfeste im Jahreskreis ein festes Datum, die Sommermitte den 1.  August.

Wir schauen zurück zu den Kelten. Nach Wolf-Dieter Storl waren sie über lange Zeit das führende Kulturvolk in Europa. Ihr Kernland reichte zur Hallstattzeit (vor knapp 3000 Jahren) von Ungarn und Böhmen über den gesamten Alpenraum bis nach Ostfrankreich. Die Kelten lebten im Einklang mit der natürlichen Umwelt, dem Wald und erlebten die Natur voller magischer Kräfte. Für sie waren Pflanzen, Bäume, Steine, Quellen und der Wind beseelt.

Das Sammeln von Kräutern war ein Ritual und wurde mit einem besonderen Spirit durchgeführt. Man sammelte an magischen Orten, mit Gebeten oder Beschwörungen und einem Dankesopfer an die Pflanze oder den Pflanzengeist. Vor Sonnenaufgang war die richtige Zeit, wenn der Mond günstig stand. Das Sammeln erfolgte barfuß oder nackt und unbeschrieen; das heißt schweigend. Als Schneidewerkzeug benutzte man Feuersteine, denn die Kelten glaubten, Eisen nimmt den Pflanzen die Kraft. Die Pflanzen wurden auch gesegnet. Mit Wasser aus heiligen Quellen oder man weihte sie den Himmelsrichtungen und Naturgeistern, in dem die Pflanzen am Sammelort hoch in die Luft gehalten wurden. Diese besonderen Rituale sind schon lange vergangen aber nicht überall vergessen.

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Heute werden in katholischen Regionen am 15. August die Kräuter geweiht. Diese Weihe hat schon eine lange Tradition und ist bereits im Sachsenspiegel aus dem 13. Jahrhundert erwähnt, soll aber bis ins 9. Jahrhundert zurückgehen. Die Zusammenstellung eines Kräuterbusches aus alten Heil- und Zauberpflanzen ist auch heute noch mit viel Magie verbunden und hat einen festen Platz im gelebten Brauchtum. Je nach Region und Verfügbarkeit werden folgende Pflanzen verwendet: Alant, Baldrian, Beifuß, Blutweiderich, Dost, Dill, Eisenkraut, Eberraute, Frauenmantel, Fenchel, Haselnusszweige, Johanniskraut, Kamille, Kornblume, Königskerze, Labkraut, Leinkraut, Liebstöckl, Minze, Melisse, gewöhnlicher Natternkopf, Odermennig, Quendel, Rainfarn, Salbei, Schafgarbe, Weidenröschen, Wegwarte, Tausendgüldenkraut, Wermut, Weinraute, Ysop.

Im Kräuterbuches kommen heilkräftige Kräuter zusammen.

Die Anzahl der Kräuter im Kräuterbuschen variiert, ist aber immer mit einer magischen Zahl verbunden.

Die Sieben steht für die Wochen- oder Schöpfungstage. Die Neun, als potenzierte Drei, für die heilige Dreifaltigkeit. Die Zwölf für die Zahl der Apostel oder die zwölf Stämme Israels und die Vierzehn für die nothelfenden Heiligen. Die Anordnung der Kräuter im Kräuterbuschen ist dem persönlichen Geschmack überlassen. Nur ein Platz ist fest. Die Königskerze steht in der Mitte.

Ysop, Schafgarbe, Goldrute, Wermut - die Sommermitte verwöhnt uns mit vielen Blüten.

Beifuß

Ein Wortzauber aus dem angelsächsischen Neunkräutersegen (9. oder 10 Jh. n. Chr.)

„Erinnere du dich, Beifuß, was du verkündetest,

Was du anordnetest in feierlicher Kundgebung,

Una heißt du, das älteste der Kräuter,

Du hast die Macht gegen 3 und gegen 30,

Du hast die Macht gegen Gift und gegen Ansteckung,

Du hast die Macht gegen das Übel, das über das Land dahinfährt.“

 

Das Johanniskraut ist schon seit dem Mittelalter als Schutzpflanze bekannt. Der Teufel selbst soll die Blätter des Krautes durchlöchert haben, weil er sich so über dessen Heilkraft geärgert habe.

 

Die Schafgarbe vertreibt alle bösen Geister. Kränze aus Schafgarbe wurden früher zum Schutz vor der Pest in den Häusern aufgehängt. Wer die Schafgarbe in der Hand trägt, bekommt Mut und verliert seine Ängste.

 

Der Baldrian war im Mittelalter als Allheilmittel bekannt und gehörte zu den Theriak-Kräutern.

Dieses Geheimnis haben vor langer Zeit die Waldfeen den Menschen verraten:

«Eßt Bimellen und Baldrian, so geht euch die Pest nicht an»

 

Die Arnika (steht heute unter Naturschutz) hat viele Namen die sich auf ihre Heilwirkung beziehen. Andere Namen wie Donnerwurz, Bilmeskraut, Kraftwurz oder Wolfbanner deuten mehr auf ihre magische Kraft.

 

Die Königskerze war für unsere Vorfahren Allheilmittel und Zauberwesen, das alle Unholde fernhalten konnte. Dazu wurde sie in als Amulett am Körper getragen. Es galt als Sakrileg den Stängel der Königskerze ohne triftigen Grund abzubrechen.

Schon Dioskurides erwähnt die Minze als erwärmende, adstringierende Pflanze, auch bei Hildegard von Bingen und Sebastian Kneipp findet sie Erwähnung. Nach einer griechischen Sage war die Nymphe Minthe die Geliebte des Hades. Seine Gattin Persephone zerriss die Nymphe aus Eifersucht in tausend Stücke. Dort wo die Teilchen auf Erde trafen, wuchs bald eine duftende Pflanze.

Als rotblühende Duftpflanze wehrt Dost Teufel, Hexen und böse Geister ab.

Nach einer Sage aus Sachsen wollte eine Hexe ihr Patenkind die Hexenkunst lehren. Dessen Mutter erfuhr davon und steckte der Tochter vor dem Besuch bei der Patin Dost in die Tasche. Als der Teufel zur Sitzung erschien, schnupperte er und verschwand mit den Worten: „ Roter Dost! Hätt ich dich gewosst, hätt ich dich vernommen, wär ich nicht gekommen.“

Der Wurzel des Eisenkrauts traute man Wunderbares zu: Es verleiht große Liebeskraft, macht als Amulett bei allen Menschen beliebt, die Kinder lernfreudig, schenkt zauberhafte und zukunftsweisende Träume, zeigt in der Georgs-Nacht (23. April) verborgene Schätze, schützt vor Pest, anderen Krankheiten, Unwetter und bösen Geistern.

Auch heute kann man die Kraft der Kräuterbuschen spüren. Probiert es aus! Einige Kräuterbuschen selbst gebunden, christlich geweiht oder nach keltischem Ritual, verteilt man die Buschen zum Trocknen über die Wohnung und das Haus. Alles ist erfüllt vom Duft der Pflanzen, der bis zur vollständigen Trocknung anhält. Schon der Anblick im Winter tut der Seele gut und wie schön, dass das Räuchergut schon im Haus und griffbereit ist.

An Mariä Himmelfahrt beginnt in der katholischen Kirche der „Frauendreißiger“ – ein Zeitraum in dem viele Marienprozessionen abgehalten werden. Auch der Gedenktag Mariä Geburt am 8. September ist im Frauendreißiger, der mit Mariä Namen am 12. September abgeschlossen wird. Dieser Zeitraum gilt seit jeher als besonders günstige und segensreiche Zeit zum Kräutersammeln. Früher dachte man, dass die Kräuter zu diesem Zeitpunkt die dreifache Wirkung besaßen. Besonders den Frauenheilkräutern schrieb man, im Frauendreißiger gesammelt, eine deutlich verstärkte Wirkung zu.

Bilder & Text: Ulrike Gschwendtner

 

Quellen:

Susanne Fischer-Rizzi, Medizin der Erde AT Verlag München 2011

Gertrud Scherf, Pflanzengeheimnisse aus alter Zeit, BLV Buchverlag München 2012

Rudi Beiser, Kraft und Magie der Heilpflanzen, Ulmer Verlag Stuttgart 2013

Marlies Bader, Räuchern mit heimischen Kräutern, Goldmann Verlag München 2008

Margret Madejski / Olaf Rippe, Heilmittel der Sonne, AT Verlag München 2013

Scherf / Caspari, Wildpflanzen neu entdecken, BLV Buchverlag München 2018

Scherf Gertrud, Zauberpflanzen Hexenkräuter, BLV Buchverlag München 2014

Wolf-Dieter Storl, Pflanzen der Kelten, AT Verlag Aarau Schweiz, 2014

HINWEIS:

Die Erläuterungen, Steckbriefe, Rezepturen sowie Verwendungshinweise sind  nach Überlieferungen der Volksheilkunde, nach eigenen Versuchen und nach bestem Wissen niedergeschrieben. Es bleibt in der alleinigen Verantwortung des Lesers, die Angaben  einer eigenen Prüfung zu unterziehen. Werden Methoden, Ideen und Rezepte dieser Seite angewendet, dann geschieht dies auf eigene Verantwortung und Haftung. Anleitungen, Zubereitungen und Rezepte ersetzen weder eine ärztliche Diagnose noch eine entsprechende Therapie. !!!

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Dem Moment des Erblühens liegt ein Zauber inne, wie auch der Phase, in der alles in voller Blüte steht. Diesen Moment wollte Manuela von Podewils mit uns teilen und hat uns spontan zu sich nach Hause eingeladen – zur vollen Blüte der Pfingstrose. So war der Plan. Mit dem Planen ist es gerade schwierig und der Regen von unserem Treffen und der Regen bei unserem Treffen haben die wunderschönen Blüten ein wenig in der Traufe stehen lassen. Das ist ein kleiner Wermutstropfen – schön sind sie auch in diesem Tropfenkleid. 

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Begrüßt hat uns Manuela in ihrem Schlosshof – den die Gänseblümchen kaum zu Gesicht bekommen. Hier im Hof dominiert die Klarheit und Symmetrie eines klassischen Schlossgartens. Dieser untersteht der Obhut ihres Mannes. Der Schlosshof war bis in die 80er Jahre mit einer Teerdecke versiegelt, kein Grün weit und breit. Für die Umgestaltung des Schlosshofes war ihr Mann zuständig, jetzt erblühen die Rosen, plätschert ein Springbrunnen.  Neben Ihnen leben noch Sohn und ihre drei Hunde, Enten und Hühner hier. Zu allen gibt es besondere Geschichten – vom Fuchs, der die Ente stahl, von Benji, dem Jungspund und der kleinen „Entensauna“. Diese Geschichten begleiten uns auf unserer Runde und mit der gleichen Liebe erzählt uns Manuela auch von ihren Pflanzen im Garten.

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Diese Hänge-Esche wächst an dieser Stelle seit 150 Jahren, als eines ein von wenigen Exemplaren in Bayern.
 

In ihren Garten kommen wir durch den Hausflur und finden uns auf einer kleinen „Lichtung“ geschützt und umzäunt von Pflanzen. Dann geht es unter einer Magnolie hindurch und die Treppe unter einer Hängeesche, einem sehr seltenen Baum, hinab. Hier ist es bunt und wild und wunderschön. Wie ineinander verwoben sind Sträucher und Bäume und Pflanzen. 
 

Auch wir verweben hier unsere Leidenschaft und erzählen von uns und unseren Lieblingspflanzen. Dabei geht es von der Königskerze zum Schnittzeitpunkt der Pfingstrosen, der Pracht und dem Schirmständer der Königskerze und vielen anderen – hier spürt man was passiert wenn viele Kräuterkundige oder KräuterliebhaberInnen zusammen kommen – es wird noch bunter und noch interessanter!

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Geballtes Kräuterwissen am Fuße der Hänge-Esche
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Der duftende wilde Jasmin im Schlossgarten.
Den Schlosspark hinab geht es in kleinen Serpentinen und wieder gehen wir unter einem Baum hindurch. Es ist der wilde Jasmin, der betörend duftend die Stimmung der Jahreszeit in sich trägt. Von diesen feinen Duftwolken umwoben kommen wir mit Manuela über eine Meditation zu Yogaübungen im Stehen. In uns leiser und ruhiger werdend hört man auch die Vielfalt dieses Ortes. Es sind viele Vögelchen, die uns zur Abendstunde mit ihrem Gezwitscher begleiten. 
Ruhig und meditativ - kleine Stehyogaübungen, angeleitet von Kräuteryogi Manuela von Podewils
 

Dann geht es den Reuther Schlossberg hinauf und wir sind angekommen im Gemüsegarten, in dem die Pfingstrosen stehen. Taillenhohe Gräser, Schafgarbe, Spitzwegerich, Johanniskraut, Pfennigkraut, Akeleien – weit und breit ein dichtes Nebeneinander. Manuela erzählt von ihrer Mahd im letzten Jahr. Das kräuterreiche Heu hat sie dann ins Haus getragen und sich darin gebettet. „Ich komme mir vor, wie im Pferdestall“ ist die erste Reaktion ihres Mannes gewesen, aber einmal ausprobiert und genossen war diese Schlafgrundlage den Sommer und Herbst über eine Wohltat. Danach durften sich auch die Hunde noch an ihrer neuen Bettunterlage erfreuen. 
Ruhig und meditativ - kleine Stehyogaübungen, angeleitet von Kräuteryogi Manuela von Podewils
Lauschige Ecke im Reuther Schloss
Anita Nacke - fasziniert von Todeskräutern
Anita Nacke - fasziniert von Todeskräutern

Bilder & Text: Cornelia Müller

HINWEIS:

Die Erläuterungen, Steckbriefe, Rezepturen sowie Verwendungshinweise sind  nach Überlieferungen der Volksheilkunde, nach eigenen Versuchen und nach bestem Wissen niedergeschrieben. Es bleibt in der alleinigen Verantwortung des Lesers, die Angaben  einer eigenen Prüfung zu unterziehen. Werden Methoden, Ideen und Rezepte dieser Seite angewendet, dann geschieht dies auf eigene Verantwortung und Haftung. Anleitungen, Zubereitungen und Rezepte ersetzen weder eine ärztliche Diagnose noch eine entsprechende Therapie. !!!

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UND PLÖTZLICH SIND DA DIESE GESCHICHTEN …

Kennst du die Gipfel des Fichtelgebirges? Bist du schon mal auf einem gewesen? Fühltest du dich da vielleicht sogar irgendwie beobachtet? Oder ist plötzlich ein Zapfen wie von Geisterhand auf deinem Kopf gelandet? Und warum heißt die Kösseine eigentlich Kösseine?

Viele merkwürdige Dinge gibt es im wundersamen Fichtelgebirge.
Komm mit auf eine ganz besondere Entdeckungsreise mit den Fichtelwichteln…

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Mit Liebe geschrieben, illustriert und produziert im Fichtelgebirge 71 Seiten mit vielen handgemalten Illustrationen – auf hochwertigem Recycling-Papier und im Hardcover-Umschlag.

“DIE FICHTELWICHTEL HABEN SICH AUF DEN WEG GEMACHT. REGELMÄSSIG TREFFEN SIE SICH AN GEHEIMEN ORTEN…

 

 

BAND 1: “DIE WICHTEL DES FICHTELGEBIRGES”

In diesem ersten Band lernst du die Gipfelwichtel und ein paar ihrer Freunde kennen. Neben den verschiedenen Wichteln gibt es noch ganz besondere Wesen,  die Uwag zum Beispiel.

Auf einigen Seiten findest Du kleine “Mitmachfelder”.

Und für die musikalischen Freunde gibt’s das “Fichtelwichtel – Lied” inklusive Text und Noten.

Für Groß und Klein, schaut mal rein.
Und nun viel Spaß mit den Fichtelwichteln.

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75 Seiten mit vielen handgemalten Illustrationen – auf hochwertigem Recycling-Papier und im Hardcover-Umschlag.
 

 

BAND 2: “NONO AUS NAGEL”

In diesem zweiten Band lernst du Nono aus Nagel und ein paar seiner Freunde und Erlebnisse kennen.

Nagel ist nicht irgendein Dorf. Nein, es ist ein ganz besonderer Ort, mit geheimnisvollen Geschichten von Girgelhöhle, Felsl, Schätze und mehr.

Auf den letzten Blättern habe ich wieder “Mitmachseiten” für dich.
“Bist du ein Nagel – Entdecker”?
Zeichne, male, schreibe, klebe …. ganz wie es dir gefällt. Welchen Entdecker-Nagel konntest du schon finden?

Kerstin Bietz: Atemkursleiter Yogatrainerin / Indian Balance Kursleiterin / Natur- und Waldtherapie Guide / Kinderentspannungstrainerin - in der Natur, achtsam, bewegt und liebevoll unterwegs - mit einem Herzen für ihre Wahlheimat Nagel.
Nicht nur Bücher gibt es von ihr. Ihre Fichtelwichtel gibt es auch als Kissen, Rucksack, Postkarten, Tassen und Kalender.
Hier wichtelt es - Die Fichtelwichtel als Memory

Bilder & Text: Kerstin Bietz

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Spinat-Frischkäse-Lachs-Rolle mit wilden Kräutern

Gerade in der warmen Jahreszeit freut man sich oft auf etwas Frisches, das man gut vorbereiten kann. Mit wilden Kräutern und Blüten ist diese Rolle ein Leckerbissen und eine Augenweide. Sehr fein dazu ist ein Baguette, ein herzhaftes Bauernbrot oder ein Salat.

Zutaten:

1 halbe kleingeschnittene Zwiebel

1 kleingeschnittene Knoblauchzehe oder eine kleine Handvoll Bärlauch

ein kleines Stück Margarine oder Butter um die Zwiebel glasig anzubraten

450 g gehackter oder pürierter Spinat

etwas Muskatnuss

Suppenwürze

2 Eier

200 g Frischkäse mit Kräutern oder Meerrettich

200 g geräucherter Lachs

Wenn man möchte, eine 1 Handvoll Giersch und/oder Brennesselblätter.

Für die Dekoration:

Gänseblümchen-, Löwenzahn-, Veilchenblüten oder sonstige essbare Blüten. Kleine Zweige von Brennesseln oder Blätter von Löwenzahn. Eventuell Paprikaschoten (mit Plätzchenausstecher verschiedene Formen ausstechen) oder in etwas Gemüsebrühe gekochte Möhrenscheiben.

Zubereitung:

Zwiebel in der Margarine anschwitzen und Knoblauch zugeben, Spinat, Bärlauch, Giersch und Brennessel dazu und Gewürze, Spinat darf ruhig etwas salzig schmecken. In ein Sieb mit kleinen Löchern geben und gut abtropfen lassen. Abgekühlt 2 Eier unterrühren, Backblech mit Backpapier auslegen und den Spinat rechteckig aufstreichen.

Backen:

Backofen auf Ober/Unterhitze 160 Grad erhitzen und circa 22 Minuten backen.

Das Backpapier auf ein Küchentuch ziehen (sonst zieht das Papier Feuchtigkeit und der Spinat lässt sich schwer vom Papier lösen und rollen) und abkühlen lassen.

Anschließend den Frischkäse aufstreichen und mit Lachs belegen, dann vorsichtig aufrollen, sollte noch für mindestens 1 – 2 Stunden in den Kühlschrank. Nach Belieben verzieren (essbare Blüten, ausgestochene Paprikaformen, gekochte Möhrenscheiben…).

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Die eiförmige Sammelfrucht besteht aus dicht gedrängten Nussfrüchten und ähnelt einem unreifen Nadelbaumzapfen.

Veganer Gewürz-Kräuteraufstrich

Dieser Gewürz-Kräuteraufstrich passt hervorragend zu gegrilltem und ist auch sehr fein  auf einem herzhaften Bauern- oder Holzofenbrot. Noch ein oder zwei Bierchen dazu und die Welt sieht doch gleich viel bunter aus.

Zutaten:

Margarine

Knoblauch oder Bärlauch

Curry

Kurkuma

Kreuzkümmel

Chili

Paprika edelsüß

Muskatnuss

Bertram

Galgant

kleiner Spritzer Agavendicksaft

etwas Salz

Pfeffer

Prise Zimt

 

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Blumen:

Tagetes, Geranien, Kapuzinerkresse, Taglilien, Gänseblümchen, Löwenzahnblüten, Rosenblüten ohne Ansatz, oder was man hat an essbaren Blüten. Um so bunter, um so schöner.

Wildkräuter:

Brennesseln, Giersch, Löwenzahn, Bärlauch, Scharfgabe oder was man an essbaren Kräutern so findet.

Zubereitung:

Margarine weich werden lassen, dann Knoblauch dazu pressen oder feingeschnittenen Bärlauch, alle Gewürze unterrühren, Wildkräuter und Blütenblätter fein schneiden und ebenfalls unterrühren, pikant und kräftig abschmecken und mindestens 3-4 Stunden durchziehen lassen.

Wildes Grün trifft grünes Gemüse

Es muss nicht immer Wurst oder Käse auf´s Brot, Gemüse mit wilden Kräutern ist ebenso lecker. Dieses Rezept ist für alle, die mal was anderes ausprobieren möchten.

 

Zutaten:

1 Packung Tiefkühlerbsen circa 300 g

1 Handvoll grüne Bohnen (optional)

1 Avocado (optional)

2 Zwiebeln

150 g Sonnenblumenkerne

1 – 2 Esslöffel Zitronensaft

Salz, Pfeffer, Gemüsebrühe

250 g Butter oder Margarine oder vegane Butter (Alsan)

Je 1 Handvoll Brennesseln, Giersch, Löwenzahn und etwas Schafgarbe kleingeschnitten

 

Zubereitung:

Sonnenblumenkerne ohne Fett anrösten bis sie duften und beiseite stellen. Die Zwiebeln kleinschneiden und in Butter/Margarine andünsten, Bohnen putzen, kleinschneiden und mit Zitronensaft zu den Zwiebeln geben und mit andünsten. Tiefkühlerbsen und Avocado zugeben und pürieren eventuell etwas Wasser dazu und alles heiß werden lassen. 

Sonnenblumenkerne und die Wildkräuter dazu und anschließend nochmals pürieren und mit Gemüsebrühe, Salz und Pfeffer abschmecken eventuell noch etwas Zitronensaft zugeben.

 

Heiß in sterilisierte Gläser abfüllen.

 

Der Aufstrich ist im Kühlschrank circa 1 Woche haltbar.

Bilder & Text: Hildegard Büttner

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Die Erle kommt mit allen Bodenbeschaffenheiten sehr gut zurecht. Ihr Standort ist meist außerhalb des Wassers am Rande eines See oder eines Baches, Weiher.

Sie steht aber auch gerne im Wasser zumindest für einige Zeit z.B. bei einer Überflutung in einem Auengebiet. Sie wird nicht besonders groß und fügt sich deshalb auch gut ins Unterholz ein.

Die Erle passt in jeglicher Hinsicht gut in unsere Zeit.

Auch wir leben gerade in einer Übergangszeit und müssen oder sollen uns fast täglich neu anpassen. Drei Sachen brauchen auch wir Menschen um gesund zu bleiben und zwar sind das die Sonne, Wasser und Beweglichkeit. Bleiben wir nicht beweglich dann brechen wir, unser Leben ist auf ständige Erneuerung ausgerichtet.

 

Früher färbte man mit der Rinde der Erle häufig Stoffe und Wolle und auch Holzschuhe werden daraus gefertigt.

Denn das Holz es ist sehr leicht und weich und deshalb leicht zu bearbeiten. 

Als Heilpflanze war sie zwar bei Hildegard von Bingen eher nutzlos. Trotzdem benutzt man ihre Blätter, Rinde und Knospen als Tee oder für Wickel bei Entzündungen und Fieber.

Erlenzweige in Haus und Hof aufgehängt soll Mensch und Tier vor Krankheiten schützen.

Erlenblätter nimmt man auch gerne zum Herstellen von Räucherwerk, wenn man mit ihr räuchert wird zugleich die Luft gereinigt das ist ja gerade auch für uns gerade so wichtig in geschlossenen Räumen.

 

Wenn ihr auf euren Wanderungen einmal einer Erle begegnet setzt euch darunter, sie hilft euch Kraft zu tanken gibt euch den sogenannten Frischekick muntert euch auf und bringt euch eure Leichtigkeit wieder zurück.

 

Noch ein Tipp, gerade für Pferdeliebhaber: Braut euch aus den Blüten oder Blättern einen Erlentee, lasst diesen abkühlen und reibt damit euer Pferd ein. Es Schützt vor Bremsen und Fliegen.

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An einen meiner Lieblingsplatzln steht auch eine Erle, hier lasse ich mich gern nieder wenn ich nach einer Woche mit viel Arbeit mal Ruhe brauche und Kraft tanken will.

Text & Bild Bank: Martina Dötsch

Startbild: Cornelia Müller

 

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Das Frühlingsadonisröschen (Adonis vernalis), auch Frühlings-Teufelsauge, Braunmäglein oder Böhmische Christwurz genannt,  ist eine ausdauernde krautige Pflanze und typisch für Trockenrasengebiete, es gedeiht auch gut auf kalkreichen Lehm- und Lössböden.

Wie alle Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) lockt das Adonisröschen die Bienen mit zahlreichen Staubgefäßen an. Die leuchtend goldgelben, glänzenden Blütenblätter sind schon von weitem von April bis Mai zu sehen. Die grünen Laubblätter sind 2- bis 4fach gefiedert mit schmal-linealen Zipfeln.

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Die eiförmige Sammelfrucht besteht aus dicht gedrängten Nussfrüchten und ähnelt einem unreifen Nadelbaumzapfen.

Heilsames und Genuss

 

Die Pflanze ist giftig! Und streng geschützt.

Das getrocknete blühende Kraut wird in der Homöopathie aufgrund der digitalisähnlichen Glykoside für kombinierten Herz- und Kreislaufpräparaten verwendet. Früher wurde die Pflanze in der Volksmedizin auch gegen Blasen- und Nierenseine eingesetzt.

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Mythologisches

Das Adonisröschen verdanke wir Aphrodite, der griechischen Liebesgöttin. In der griechischen Mythologie war ADONIS der Geliebt der Aphrodite. Ein eifersüchtiger Nebenbuhler verwandelte sich in einen Eber und tötete Adonis. Durch die Tränen der Aphrodite sprossen aus seinem Blut Adonisröschen – wahrscheinlich nicht die Frühlings-, sondern die rotorange blühenden Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis)

Bilder & Text: Walburg Ernst

Quelle: Kosmos Heilpflanzenführer, Wikipedia, Großes Buch der Heilpflanzen

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Eines der wichtigsten Symbole des Festes war das Feuer. Auch heute ist es oft noch ein Bestandteil der Feier. Sein Glanz steht für die Widerkehr der Sonne, die nun endgültig die Herrschaft am Firmament übernimmt.

Früher wurden zu Beginn des Festes oft alle Herdfeuer gelöscht. Dann entzündete man gemeinsam ein großes Feuer aus neuen verschiedenen Hölzern. Es gab Kraft, half beim Reinigen, machte Mut für einen Neubeginn und oft sprang man für Glück und Gesundheit alleine oder mit seinem Partner über die Reste des Feuers. Das abgelöschte Holz wurde mitgenommen, und als Grundlage für das neue Herdfeuer verwendet, das Segen für das Haus bringen sollte.

Aus Überlieferungen der Kelten wissen wir von 2 Feuern, zwischen denen das Vieh durchgetrieben wurde, um es zu schützen und gesund und fruchtbar zu halten. 

An Beltane war nach altem Glauben der Schleier zwischen den Welten sehr dünn. So wurde auch häufig versucht, Kontakt zur Anderswelt aufzunehmen. Außerdem galt es als Orakelfest und wurde gern dazu genutzt, in die Vergangenheit und in die Zukunft zu blicken. Das Wahrsagen war fest mit Beltane verbunden.

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Es war aber auch ein Fest mit viel Energie, Freude, Lebendigkeit, und brachte dadurch auch keine besinnliche Feier und Rituale mit sich. Singen, tanzen, lachen – das Leben und die Liebe feiern – und die Fruchtbarkeit. Beltane war der Vereinigung von Gott und Göttin gewidmet, die Verbindung von Himmel und Erde – auch heilige Hochzeit genannt. Die Kelten nannten ihr göttliches Paar Bran und Branwen, die Germanen Freya und Freyr.

Der Name Freinacht leitet sich aber nicht davon ab. Er kommt daher, dass in der Mainacht das Ehegelöbnis aufgehoben war und die Frauen die Nacht mit einem Partner ihrer Wahl verbrachten. Die Vereinigung von Gott und Göttin wurde nachvollzogen und die Fruchtbarkeit des Landes gefeiert. Kinder, die in dieser Nacht gezeugt wurden, galten als besonders gesegnet – als Kinder der Götter.

Die Hexen sind ebenfalls mit dem Fest verbunden. Wer kennt nicht die Erzählungen, auf denen sie auf ihrem Besen zum Blocksberg fliegen, um dort zusammen zu feiern. Heute gehen wir davon aus, dass es mit Hilfe psychoaktiver Kräuter wie der Alraune oder dem Bilsenkraut den Hexen – oder wie immer wir sie nennen wollen – gelang, zu „fliegen“.

Der Name Walpurgisnacht geht aber auf die Hl. Walburga zurück, die als Äbtissin in England gelebt haben soll. Sie wurde zur Schutzpatronin gegen Hexen und Dämonen ernannt, und ihr Gedenktag dort ist der 1. Mai.

Auch bei den Kräutern gab es verschiedene Traditionen: Zweige und Kräuter  sollen besonders fruchtbare und heilende Energie enthalten, wenn sie am Beltane Abend geschnitten und geerntet wurden. So wurden sie mit nach Hause genommen, zur Hilfe, zum Schutz und um das Heim zu schmücken.

Wer kennt nicht den Spruch: Alles neu macht der Mai. Das Haus wurde geschmückt, und frische Zweige wurden geholt. Es gab die Maikönigin, die in vielen Regionen über die Felder getragen wurde, um das Land zu segnen. Im katholischen Glauben kamen später die Umzüge, bei der die Hl. Maria durch die Fluren getragen wurde.

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Als Göttin mit dem Mai ist auch die römische Flora verbunden, Beschützerin der Blumen und Blüten.  

Von den alten Traditionen ist bis heute das Aufstellen des Maibaumes geblieben, der ein Symbol für die Fruchtbarkeit und den Weltenbaum ist. Er verbindet Himmel und Erde. In manchen Regionen werden die bunten Bänder am Baumstamm befestigt und bei einem Tanz – der häufig nur von Mädchen und jungen Frauen getanzt wird, um den Stamm gewoben.  Die Bänder können die Träume symbolisieren, die so zu einem Netz verbunden werden. In manchen Regionen verbindet sich dadurch das Schicksal der Menschen mit dem Baum des Lebens. Wenn jungen Paare um den Baum tanzen so wird die Verbindung weiblicher und männlicher Kräfte dargestellt. Der Baumstamm ist das Symbol für den Mann, der Kranz steht für die Frau.

Ebenfalls ein schöner Brauch ist es, an Beltane einen Kürbissamen einzupflanzen. Der Kürbis wird meist an Samhain geerntet, gegessen oder auch nur verziert. So verbindet man die beiden Feste miteinander und schlägt einen Bogen um den halben Jahreskreis. Den gleichen Kreis schließt auch der Holunder. Im Mai können wir die ersten weißen Blüten sehen, zum Ahnenfest an Samhain gibt es die blauen Beeren.

Beim Räuchern haben wir an Beltane zwei Möglichkeiten:

Räucherzutaten für die Liebe: Hier können Rose, Rosmarin, Styrax, Benzoe, Hanf oder Muskatellersalbei verwendet werden.

Räucherzutaten zur Steigerung der Wahrnehmung: Hier helfen uns Lorbeer, Wacholder, Katzenminze, Ringelblume, Kiefernharz, Rosenblüten und Passionsblume.

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Auch wir sollen jetzt noch mehr nach draußen gehen. Die Sonne hat weiterhin an Kraft gewonnen. Das Leben explodiert, Bäume, Blumen, Kräuter und Sträucher beginnen in Pracht und Fülle zu wachsen und blühen. Wir können überall die Insekten summen und die Vögel singen hören. Zu dieser Zeit werden alle Sinne angesprochen.

Den endgültigen Abschied vom Winter besiegeln die Eisheiligen. Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie bringen von 11. – 15. Mai häufig noch einmal Kälte und Frost bevor der Sommer endgültig kommen kann.

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Die heilsame Wirkung, die dem Tau zugeschrieben wird, ist im Mai besonders stark. Maitau macht schön, erhält gesund und bringt Glück das ganze Jahr über, vor allem wenn man am Morgen des 1. Mai barfuß durch die Wiese läuft. Taulaufen stärkt unser Immunsystem und fördert die Gesundheit. Maiwasser wird als schützend, heilend und segnend angesehen. Wer sich am ersten Maimorgen das Gesicht mit dem Tau aus den Blüten des Weißdornbusches wusch, sollte in besonderer Schönheit erstrahlen.

Feiere dich pur!!

Diese Anregung möchte ich euch mit in dem Mai geben. Genieße das Leben und die Fülle um uns herum. Es ist eine alte Tradition in den Mai zu tanzen… Bringt eure Lebensfreude tanzend zum Ausdruck.

Die Themen, die uns der Mai dazu gibt, passen sehr gut dazu:

  • Sei freudig und lebendig – vergiss Angst und Rückschläge
  • Nimm die Umgebung mit allen Sinnen wahr: Riechen, schmecken und spüren wir ganz bewusst
  • Hören wir – in uns und um uns
  • Singe, tanze, lache – und kümmer dich nicht um die anderen
  • Erlaube deinen Wünschen und Träumen nach außen zu kommen
  • Nimm dein Leben in die Hand und lebe es!

Und nehmt euch auch Zeit, auf ein paar Fragen zu schauen:

  • Gibt es Wünsche und Ziele, die ich schon lange habe, und mir erfüllen / umsetzen möchte?
  • Kann meine Energie und Lebenskraft frei fließen, oder sind sie blockiert?
  • Was hilft mir, um meine Kraft wieder aufzutanken?
  • An welchen Plätzen fühle ich mich wohl?
  • Kann ich die Liebe zu mir – und zu anderen neu beleben?

Beobachtet eure Gedanken: Sind sie positiv und aufbauend – oder negativ und lähmend? Denn wenn unsere Gedanken Gestalt annehmen, wollen wir Licht, Freude und gute Gedanken erzeugen.

Liebesräucherung mit Föhre, Holunder und Heckenrose

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Bilder & Text: Sandra Scherbl

HINWEIS:

Die Erläuterungen, Steckbriefe, Rezepturen sowie Verwendungshinweise sind  nach Überlieferungen der Volksheilkunde, nach eigenen Versuchen und nach bestem Wissen niedergeschrieben. Es bleibt in der alleinigen Verantwortung des Lesers, die Angaben  einer eigenen Prüfung zu unterziehen. Werden Methoden, Ideen und Rezepte dieser Seite angewendet, dann geschieht dies auf eigene Verantwortung und Haftung. Anleitungen, Zubereitungen und Rezepte ersetzen weder eine ärztliche Diagnose noch eine entsprechende Therapie. !!!

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Taraxacum officinalis bekannt auch unter Märzenbusch, Milchblume, Pusteblume.

Löwenzahnblätter

Die inneren Werte

Taraxin, der Namensgeber, Kalium, Xantophyll, Calcium, Mangan, Natrium, Kieselsäure, Schwefel, die Vitamine B, C, D und in der Wurzel das wichtige Inulin, Cholin sowie Gerbstoffe.

Der Löwenzahn ist von der Wurzel bis zur Blüte essbar. Als Tee besitzt er die Fähigkeit, unseren Körper von innen durchzuspülen, zu entgiften und den Organismus in Schwung zu bringen.

Bereits zeitig im Frühjahr, wenn die gezahnten Blätter erscheinen, freue ich mich schon  auf meine Entgiftungskur. So mache ich mir aus den Blättern meines Löwenzahns täglich einen Mischsalat oder ich esse die Blätter gleich von der Wiese weg. Die jungen frischen Blätter schmecken köstlich. Außerdem habe ich mir angewöhnt, während der Blütezeit täglich ein paar Blüten einfach so zu essen. Denn die hochwirksamen Flavonoide sollen meine körperlichen Abwehrkräfte stärken und Krankheiten fernhalten.

Löwenzahnblätter

Die entschlackende Wirkung ist nicht nur spürbar, sondern man riecht sie auch. Ähnlich wie beim Spargel bekommt der Urin einen eigenen Geruch. Die Entwässerung des Körpers spürt man nicht nur, man sieht es, es gibt keine Wasseransammlungen im Körper mehr. Außerdem werden die Harnwege durchgespült, allerdings sollte man immer reichlich Wasser dazu trinken.

Der Löwenzahn unterstützt die Leber, die sogenannte Blutreinigung ist heutzutage wichtiger denn je. Rückstände von Medikamenten, Lebensmittelzusatzstoffen, Konservierungsmitteln usw. belasten die Leber. Wenn wir betrübt sind, kennen wir den Grund, denn die gute Laune wohnt in der Leber. Um uns wieder unbeschwerter „frei von der Leber weg“ im Leben einzubringen, dafür haben wir den Löwenzahn.

Der Apotheker Dr. W. Pahlow empfiehlt Löwenzahn zur Förderung des Gallenflusses, gegen Entzündungen und gegen die Steinbildung. Auch eine Linderung bei Rheuma ist durchaus bekannt.

Genuss & Heilsames

Noch ein paar Anregungen wie man den Löwenzahn mit in den Alltag aufnimmt:

Löwenzahn-Tee: Man nehme eine Handvoll frischer Blätter je Liter Tee, schneide die Blätter und übergieße sie mit kochendem Wasser, nach zehn Minuten abseihen und der Tee kann getrunken werden.

 

Löwenzahn-Smoothie: Man nehme eine Handvoll frischer Blätter, Blüten, Stiele und als Süßungsmittel eine Banane oder einen Apfel, eine Frucht deiner Wahl, gieße es mit Wasser auf und mixe die Zutaten.

 

Löwenzahn-Kapern: Man sammle die noch nicht geöffneten Löwenzahnblüten, also die noch festen Knospen; als weitere Zutat Steinsalz oder Meersalz. Die Knospen kommen in ein Glasgefäß oder Einweckglas. Mit reichlich Salz durchmischen, alles sollte bedeckt sein. Nach 4-6 Wochen werden die eingelegten Löwenzahn-Kapern abgespült, anschließend abtropfen lassen und in besten Apfel- oder Weinessig einlegen. Löwenzahn-Kapern können vielfältig eingesetzt werden. Sie sind wahre Geschmacksknospen für Salate, Brotaufstriche, Soßen und Suppen.

 

Die Löwenzahn-Pflanze als Ganzes ist für Suppen, Gemüse, Salat, als Gewürz und für Getränke verwendbar.

Viel Spaß beim Ausprobieren der Köstlichkeiten. Achtet auf Euren Körper, nehmt wieder vermehrt wahr, was passiert mit Euch und Eurem Körper.

An dieser Stelle sei nochmals klargestellt, dass unsere Heilkunde, unser Wissen nicht den Rat des Arztes ersetzen kann. Vielmehr können wir mit Hilfe der Pflanzen und unserer inneren Einstellung die Arbeit des Arztes unterstützen. Selbstheilungskräfte sollte man mit Nachdruck aktivieren.

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Text: Manuela von Podewils

Bilder: 

HINWEIS:

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Die Erde rund um den Schlossberg in Waldeck hat schon viel erlebt. Für den Bau der Burg auf dem Schlossberg wird das 11. Jahrhundert angenommen. Mehrere Adelsgeschlechter werden als Eigentümer der Burg genannt, die bis ca. 1680 Sitz des Landrichters war. Am 18. November 1665 brennt die obere Burg durch ein fahrlässig verursachtes Großfeuer aus. Ein Wiederaufbau scheiterte aus verschiedenen Gründen. Im September 1704 wird die Burg nach Belagerung durch kaiserlich-alliierte Truppen an diese übergeben und im Jahr 1705 demoliert. Die Ruine lieferte nun Baumaterial für Bauten im Markt Waldeck. In der Nacht vom 24./25. März 1794 zerstört ein verheerender Brand den Markt Waldeck unterhalb der Burg.1
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Auch unter der Erde war vieles in Bewegung. Im Kemnather Land erheben sich aus der fast ebenen Landschaft einige Basaltkegel – ehemalige Vulkane, die auf besondere Weise das Landschaftsbild prägen. Gebildet wurden sie im Zeitalter des Tertiär/Miozän, also vor rund 20 Millionen Jahren.

Die Erdoberfläche war damals 200 bis 300 Meter höher als heute und bestand aus einer dicken Sandsteinschicht, dem Keuper. Die Erdkruste schwamm auf glutflüssigem Magma. Durch die Auffaltung der Alpen kam es auch in unserer Gegend zu tektonischen Bewegungen. Es gab viele Erdbeben, Gesteinsschichten zerbrachen und verschoben sich und in den Verwerfungsspalten stieg Magma nach oben. Wenn das 1000 Grad heiße Magma vor der Erdoberfläche mit Grundwasser in Berührung kam, gab es schwere Explosionen. Gesteine, Magma und Wasserdampf wurden aus den Förderschloten gesprengt. Die restliche Lava im Schlot erkaltete, erstarrte und verdichtete sich zu einem harten Basaltpfahl. Im Laufe von vielen Millionen Jahren, wurden die weicheren Gesteinsschichten, die den Basalt umgaben durch die andauernde Verwitterung abgetragen und der Basalt freigelegt.1

Besondere Pflanzen wachsen heute an den Basalthängen des Waldecker Schlossberges.Die Südseite des Berges, ein sehr magerer und trockener Standort bietet den idealen Boden für Silberfingerkraut, Dost, Quendel und Leimkraut. Oben im Bereich der Burg wachsen weißer Mauerpfeffer, Königskerzen und Wermut. Wunderschön blühen im Mai auf einer abgelegenen Magerwiese verschiedene Knabenkräuter, die man vom Wiesenrand aus bewundern kann.

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Rund um den Schlossberg durften viele Bäume und Wildfruchtsträucher jahrzehntelang wachsen wie sie wollten und wir haben das große Glück, das Ergebnis dieses Wildwuchses bewundern zu können. Imposante, freistehende Nadelbäume, knorrige verwilderte Obstbäume, Schlehenhecken, alte erhabene Weißdorne und Hagebutten begleiten unseren Weg. Im Schatten der Bäume fühlen sich viele Wildkräuter wohl.   Eine mystische Aura umgibt diesen Basaltberg, seine Pflanzen und die Burgruine.

Schlehe
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Der üppig weißblühende Strauch ist das erste blühende Wildobstgehölz in Mitteleuropa und eine wichtige Nahrungsquelle für über hundert Insektenarten. Zur Blütezeit von Ende März bis Anfang Mai prägt die Schlehe das Bild der Landschaft und wir sehen, dass sie in der Natur allgegenwärtig ist. Die reinweißen Blüten duften stark nach Bittermandeln. Ein Sirup aus den Blüten konserviert das feine Aroma und schmeckt im Sommer im Mineralwasser. Ein Tee aus den Blüten wirkt als sehr mildes und gut wirksames Abführmittel. Aufgrund ihrer schwarzen Rinde wird die Schlehe auch Schwarzdorn genannt.

„Bereits in der Jungsteinzeit war die Schlehe ein beliebtes Nahrungsmittel. Bei den Pfahlbauten am Bodensee fand man außerdem durchbohrte Kerne, die man offenbar als Kette trug.“1
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Alte schutzmagische Anwendung

Als sympatisches Heilmittel werden drei Blütenstängel dreimal hintereinander gegessen. Es soll ein Jahr vor Gicht, Rheuma und Fieber schützen. Im folgenden Jahr wird die Anwendung wiederholt.
Der Schwarzdorn diente auch als Schutzstrauch vor Blitz, Feuer und Krankheiten. Zu diesem Zweck wurde er, ähnlich dem Holunder, gerne als Hecke in die Nähe von Häusern gepflanzt.

Tipp: Wer im Spätherbst die Früchte ernten möchte, kann sich jetzt günstige Standorte merken.

Bauernregeln und -weisheiten

„Ist die Schlehe weiß wie Schnee,
ist es Zeit, dass man die Gerste säe.“ 

Je früher die Schlehen blühten, desto früher konnte die Ernte beginnen. Man glaubte: So viele Tage, wie die Schlehe vor Georgi (24. April) blüht, so viele Tag vor Jakobi (25.Juli) wird dann das Korn reif. 1

 

1  Rudi  Beiser, Geheimnisse der Hecken, Eugen Ulmer KG, 2019

2  Prof. Dr. Otto Altendorfer, Leonhard Zintl, Burg und Markt Waldeck im Laufe von Jahrhunderten, Hochschulverlag Mittweida, 2008

 

Texte Startbild, 1 + 3: Ulrike Gschwendtner

Redaktion, Bild 3: Cornelia Müller

HINWEIS:

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Alexander Ernst ist der Kräuter-Detektiv unter uns. In seiner Detektei geht es um das Kraut – wie man es nutzen kann – als Apotheker und Genießer. Mitt was verbindet ihr Apotheker? Als kleine hagere Männer, die viel wissen und eine Nickelbrille tragen und kleinkrämerisch Dinge zusammentun. Das Bild des Apothekers hat sich heute sehr verändert. Alexander aber ist auf eine Art sehr traditionell – ihn interessieren die Wirkstoffe – die Apotheke ist gut, aber erfinden können wir nur was in der Natur schon angelegt ist.  Mit dieser Sicht ist es interessant auch den Barläuch mal detektivisch unter die Lupe zu nehmen: 

 

Bärlauch

Mit seiner zwiebligen Schärfe, dem saftigen Grün der Blätter, den weißen, unbefleckten Blüten und dem frischen Geschmack weckt er auch das behäbigste Murmeltier aus dem Winterschlaf. Dabei ist die „Hexenzwiebel“ – einer seiner vielen Namen – nicht nur als Küchenspezialität in Form von Pesto, Bärlauchbutter und Co. eine wahre Spezialität, sondern wurde schon bei den alten Germanen und den Kelten sowie etwas später von den Römern als Heilpflanze gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Demnach lebten und leben Einwohner der Stadt Ramsau scheinbar besonders gesund, da der Bezug des Ortsnamens zur germanischen Bezeichnung für Bärlauch eine besondere Fülle an wildwachsenden „Rams“ suggeriert. Auch Karl der Große erkannte seinen Nutzen und ließ ihn schon im 8. Jahrhundert durch Erwähnen in seiner Verordnung „Capitulare de villis“ in den Klöstern anbauen.

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Gerade in der heutigen Zeit, in der sich Bluthochdruck, Herzschwäche und Infarkte als die häufigsten Erkrankungen unserer Gesellschaft herauskristallisieren, kann Bärlauch wieder mehr an Bedeutung beim Vorbeugen gegen ebendiese Krankheiten gewinnen. Und für viele Wirkungen, die seit jeher geradezu intuitiv angenommen werden, ist in der Vergangenheit eine ordentliche wissenschaftliche Grundlage geschaffen worden: Besondere Moleküle, sogenannte Glutamylpeptide, also chemisch modifizierte Eiweißbausteine, wie sie hauptsächlich in der Familie der Lauchgewächse und am meisten im Bärlauch vorkommen, zeigen eine hemmende Wirkung an einem Enzym namens Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE), das maßgeblich an der Steigerung des Blutdrucks beteiligt ist und auch schon von synthetischen Arzneistoffen zur Blutdrucksenkung (z.B. „Ramipril“) adressiert wird.  Außerdem werden bestimmte Steroide im Bärlauch dafür verantwortlich gemacht das Zusammenlagern der Blutplättchen zu verhindern, weshalb sie auch als natürliche Blutverdünner verstanden werden können. Und als „i-Tüpfelchen“ schaffen es Extrakte des Bärlauchs – wenn auch bisher nur im Reagenzglas nachgewiesen – die körpereigene Cholesterinsynthese nach unten zu regulieren und somit den Cholesterinspiegel indirekt zu senken.

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Zwar fehlen für diese Daten die großflächig angelegten, zur Bestätigung benötigten Studien, jedoch zeigen sie sein großes Potential und rechtfertigen den Einsatz in der Küche umso mehr. Diesen doch recht positiven Fakten steht eigentlich nur die Wirkung der hartnäckig im Mund-Rachen-Raum anhaftenden Schwefelverbindungen entgegen, die für störenden Ausstoß übelriechender Atemluft sorgen. Dennoch sollte Bärlauch im therapeutischen Sinne ungekocht verzehrt werden, weil die hitzeempfindlichen Peptide und Schwefelverbindungen durch Kochen zerstört werden. Um die blutdrucksenkende Wirkung nochmals zu verstärken, sollten die Bärlauchblätter bei einem gemütlichen April-Spaziergang durch duftende Wälder frisch gepflückt werden.

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VERWECHSLUNGSGEFAHR: Das Maiglöckchen (Convallaria majalis)- typisch eingerollte Blätter.

Zu beachten ist hierbei, dass es vor der Blüte zu Verwechslungen mit Maiglöckchen und Herbstzeitloser kommen kann, deren Blätter sehr ähnliche Form und Farbe besitzen und schon in geringen Mengen giftig sein können. Ist die Blattunterseite eher matt und man zählt nur ein Blatt pro Stiel, so handelt es sich sehr wahrscheinlich um Bärlauch.  Eine eindeutige Unterscheidung kann aber durch einfaches Zerreiben der Blätter erfolgen, worauf sich in Falle des Bärlauchs der typische Zwiebelgeruch breit macht.  Ob die Bären diese Methode ebenfalls anwenden, ist bisweilen nicht eindeutig geklärt. Es ist allerdings anzunehmen, dass sie im Laufe ihres Lebens eher weniger Probleme mit dem Herzen haben dürften und davon können wir uns gerne eine Scheibe abschneiden.

Text: Alexander Ernst

Redaktion: Cornelia Müller

Bilder: Startbild, Bild 2+3 – Cornelia Müller;

Bild 1 – Alexander Ernst

 

Quellen:

[1] Danuta Sobolewska, Irma Podolak, Justyna Makowska-Wąs, Allium ursinum: botanical, phytochemical and pharmacological overview, Phytochemistry Reviews volume 14, p.81–97(2015)

(2] Wolfgang Blaschek, Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 6. Auflage, S.61f.

[3] Monika Kerner, Ulrich Dopheide, LBV-Artenwissen – Wildkräuter,
Hrsg. Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V., Umweltbildung Bayern, S.7

HINWEIS:

Die Erläuterungen, Steckbriefe, Rezepturen sowie Verwendungshinweise sind  nach Überlieferungen der Volksheilkunde, nach eigenen Versuchen und nach bestem Wissen niedergeschrieben. Es bleibt in der alleinigen Verantwortung des Lesers, die Angaben  einer eigenen Prüfung zu unterziehen. Werden Methoden, Ideen und Rezepte dieser Seite angewendet, dann geschieht dies auf eigene Verantwortung und Haftung. Anleitungen, Zubereitungen und Rezepte ersetzen weder eine ärztliche Diagnose noch eine entsprechende Therapie. !!!

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Der Löwenzahn, oft als lästiges Unkraut betrachtet,  hat viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Calcium, Kalium, Magnesium, Eisen, Vitamine, Spurenelemente und Bitterstoffe. Bitterstoffe regen den Stoffwechsel an, fördern die Verdauung und vertreiben die Frühjahrsmüdigkeit. Und das geht sogar mit viel Genuss! Löwenzahn lässt sich vielseitig in unsere Ernährung integrieren. Wildkräutersalat, Bratkartoffeln mit Löwenzahn, Löwenzahnpesto, Bratlinge mit Löwenzahndipp, Löwenzahnkartoffelpürre, – nur um einige Gerichte zu nennen.

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Mein Favorit :

Bruschetta mit Löwenzahnblütenknospen:

100 g Löwenzahnknospen

30 – 40 g Salz

150 g Tomaten

1/2 Zwiebel (wenn möglich Gemüsezwiebel, da milder)

Balsamico-Essig

Olivenöl

Pfeffer

Baguette

 

Löwenzahnknospen waschen, mit Salz vermischen und einen Tag stehen lassen.

Am nächsten Tag das Salz gründlich von den Löwenzahnknospen abspülen.

Die größeren Knospen können in der Mitte durchgeschnitten werden.

Tomaten klein schneiden, Kerne und Saft vorher entfernen.

Zwiebel fein hacken.

Zusammen mit Essig und Öl alles gut vermengen und mit Pfeffer abschmecken.

Auf knusprig gebackenen Baguettescheiben verteilen, mit Löwenzahnblütenblättern dekorieren und genießen.

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Ein weiterer gesunder Frühlingsbote ist der Kleine Wiesenknopf, der bei uns leider etwas in Vergessenheit geraten ist. Bekannt ist er noch in der Frankfurter Region. Dort gehört der Kleine Wiesenknopf in die klassische Mischung für die Frankfurter Grüne Sauce. Seine Blätter schmecken würzig und ganz leicht bitter.

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Gefüllte Eier mit Wiesenknopf

 

4 Eier

6 EL Frischkäse

2 EL Saure Sahne – oder Milch

6 Kapern

Blätter vom Kleinen Wiesenknopf

1/2 Zwiebel (optional)

Salz und Pfeffer

 

Eier hart kochen, abschrecken, pellen und halbieren.

Die Blätter vom Kleinen Wiesenknopf ganz fein hacken.

Optional Zwiebel fein schneiden.

Kapern fein schneiden.

Frischkäse, Saure Sahne (optional Milch) und Eigelb vermischen.

Gehackte Blätter des Kleinen Wiesenknopfs, Zwiebel und Kapern dazu geben mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Danach kann die Masse in die Eihälften gefüllt werden. Dekorieren und genießen.

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Monika Wastl liebt es für ihre Familie Wildkräutergenuss zuzubereiten. Wenn sie von ihren Kreationen erzählt, da läuft einem das Wasser im munde zusammen und der Magen knurrt – Motivation genug um über Wald und Wiese zu streifen und die grünen Geschmacksbomben im Anschluss gekonnt zu veredeln. 

Text: Monika Wastl

Bilder: Cornelia Müller

HINWEIS:

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Äußeres

Die Birke (Betula) ist während des ganzen Jahres präsent: Im Frühling durch starken Pollenflug. Im Sommer durch eine Vielzahl ihrer Samen (Nüsschen) und im Herbst durch den Laubfall. Im Winter zeigt sie stolz ihren hohen schwarz-weißen (Betulin) Stamm und die Hängebirke ihre feinen, hängenden Äste. Zur Gattung der Birken gehören ca. 50 Arten, am bekanntesten sind bei uns die Moor- oder die einhäusige Hängebirke (Betula pendula), viele Ortsnamen zeugen davon.  

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Heilsames und Genuss

Schon Hildegard von Bingen empfahl Birkenblätter zur Behandlung von Wunden. Bekannt ist auch der Birkenzucker „Xylit“ und im Frühling das Birkenwasser. In Skandinavien und Russland wird die gemahlene und geröstete Birkenrinde als Mehl der Kaffeeersetz verwendet.

 

 

 

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Mythologisches

Die Birke gilt nicht nur als besonders heilender Baum, sie hat auch in der Mythologie einen festen Platz. Sie ist Freya, der Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit geweiht. Angeblich ritten die Hexen in der Walpurgisnacht am Blocksberg auf Birkenbesen.

Vergnügliches

Im Gedicht „Die Birke“ von Wilhelm Busch sind alle Verwendungsmöglichkeiten der Birke beschrieben. Wilhelm Busch hat ein nettes Gedicht über die Birke geschrieben.

 

Kräutersteckbriefe

Wusstest du eigentlich, dass du dieses Wissen auch bei den Kräutern nachlesen kannst? Es geht dabei nicht nur um das Nachlesen, sondern auch um das Mitmachen. Wir und du eint bestimmt eine Sache – die Liebe und Faszination rund um Kräuter. Mein und Dein Interesse kann unterschiedlich sein – daher gibt es einfach unglaublich viele Möglichkeiten und Wege sich für Pflanzen zu interessieren. Genau diese Vielfalt an Sichtweisen hat Platz in unseren Kräutersteckbriefen. Teile auch du dein Wissen rund um Kräuter. wir freuen uns auf unser gemeinsames Sammeln – das ist ein Herbarium der besonderen Art. 

Text: Walburg Ernst

Redaktion: Cornelia Müller

Bilder:Walburg Ernst

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Ab dem 21. März werden die Tage wieder länger und die Sonnenstunden vermehren sich.

Die Sonne wird nun von Tag zu Tag kräftiger, wärmer und der Sonnenstand wird bis Johanni ihren Höchststand erreichen.

Ostara ist ein wichtiges Sonnenfest und stellt das Gegenstück zur Herbst Tag- und Nachtgleiche im Jahresrad. An diesen Tagen halten sich Helligkeit und Dunkelheit die Waage. Sie sind in Balance. Die Tag- und die Nachstunden sind gleich lang.Für unsere Vorfahren war dies ein wichtiger Wendepunkt im Jahr, denn die Lebenskraft wurde wieder spürbar, die Menschen und Tiere aktiver und in der Natur regte sich nun alles hin zum Wachsen. Das gefrorene Wasser in den Böden begann zu fließen und bereitete einen gut durchtränkten Boden vor. Nach den dunklen, kalten und tristen Herbsttagen und Winternächten kam die Zeit des Lichts und der Fruchtbarkeit. Man freute sich gut über die dunkle Zeit gekommen zu sein und feierte das Leben.

 

 

 

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So ist es ein Sonnenfest zu Ehren der germanischen „Frühlingsgöttin und Fruchtbarkeitsgöttin Ostara“, die das Leben erneuert und nach der dunklen Zeit wieder auferstehen lässt. Aber  auch für die Naturwesen wurden jeher Zeremonien abgehalten, bei denen getanzt, gegessen und gefeiert wurde. In heutiger Zeit liegt auf diesen Tagen unser Osterfest.

Mit verschiedenen Ritualen begrüßte man die Göttin und bat um den Segen bei der Aussaat und dem Wachsen auf den Feldern. So dass im Herbst eine reichhaltige und vielfältige Ernte eingefahren werden konnte. Ein beliebtes Ritual auch heute noch ist es, die Feldecken abzugehen und geweihte, gesegnete Kräuter an Zweigen anzubringen, und manchmal auch bunte Bänder.

Die Frühlingsfeuer wurden entzündet um die letzten Winterdämonen zu vertreiben und den Frühling zu begrüßen. Diese Feuer wurden in vielen Regionen Hagelfeuer genannt, denn sie sollten die frühen Hagelstürme fernhalten und die Fruchtbarkeit anregen. Heutzutage erinnern die Osterfeuer daran.

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Auch die Palmwedel und das Binden der Palmbuschen sind symbolisch für diese Zeit zu sehen. Eine Weidenrute wurde dabei zum Binden des Buschen genommen, da diese ein Symbol für große Lebenskraft darstellt.

Man weiht sie am Palmsonntag in der Kirche und verteilt sie danach an verschieden Orten im Haus umso Schutz zu erbitten. Am Feld sollten sie die Ernte schützen, das Haus vor Feuer bewahren und Krankheiten im Stall abwehren. Es ist eines der wichtigsten Traditionen vor der Osterzeit und diese Buschen wurden teilweise auch in den Raunächten zum Räuchern verwendet oder im Sommer um drohende Gewitter zu abzuwenden.

In manchen Regionen gibt es den Brauch, die Palmbuschen des letzten Jahres im diesjährigen Osterfeuer zu verbrennen, einen Teil dieses Holzes mit nach Hause zunehmen und im Herd komplett nieder zu brennen. So soll das Haus vor Blitzschlag und Hagel übers Jahr beschützt sein.

Beliebt in diesen Tagen um die Osterzeit ist auch der Buchsbaum, der dient um die Kränze zu binden, Durch das immergrüne Laub ist er ein Symbol des Lebens. Zudem gehören diese Kränze, die mit vielen bunten Sachen geschmückt werden, zu den Geschenken für die Frühjahrsgöttin. In vielen Orten ist es heute noch Brauch die Brunnen mit großen Osterkränzen zu verzieren, um auch das Wasser und seine lebensspendenden Kräfte zu ehren. Unsere Osterbrote, Osterlämmer und Osterhasen zum Vernaschen stammen auch von dem Brauch die Göttin zu beschenken und sie mit ihrer Fruchtbarkeit einzuladen.

Ein anderes überliefertes Ritual besagt, dass Wasser, welches am frühen Ostermorgen aus einer Quelle geschöpft wird, um es zu trinken oder sich damit zu waschen besondere Heilkräfte besitze. Es bringe uns dann in Verbindung mit unserer inneren Quelle.

Ein Frühjahrsputz steht oftmals an und regt dazu an, zu sichten und zu sortieren. Renovieren und Erneuern ist ebenso ein Thema, denn wir wollen dem Neuen viel Raum besonders jetzt geben und es begrüßen. Es wird alles gereinigt und eventuell auch ausgeräuchert.

In den Winkeln der Häuser haben sich gerne Trägheit und Belastendes festgesetzt. Dafür ist nun die Zeit gekommen und wir räuchern um zu reinigen und um das Neue segnend zu begrüßen. Dazu sind gute Räucherstoffe. Alant, Engelwurz, Johanniskraut, Wacholder, Schafgarbe, Rosmarin, Thymian, Lavendel, Holunder, Fichte, Lärche.

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Für unseren Körper dürfen wir gerne mit der 9-Kräuter-Suppe ebenfalls den Stoffwechsel unterstützen. Dazu brauchen wir die frühen Blätter von Giersch, Gundermann, Löwenzahn, Bärlauch, Brennessel, Sauerampfer, Vogelmiere, Gänseblümchen und Wegerich. Diese Suppe lässt die Frühjahrsmüdigkeit weichen und weckt die Lebensgeister.

Jedes Jahr aufs Neue erfreuen uns diese Tage mit ihrer Wärme und Kraft. Alles gedeiht und erfüllt sich mit lebensspendenden Energien. Wir fühlen die Wärme und genießen die Sonnenstrahlen. Alles wird wieder lebendiger und auch wir werden aktiver. In dieser Zeit spüren wir diese wundervoll erhellende und vorantreibende Kraft des Sonnenlichts.

Vor allem die gelben Blüten der Frühjahrsblüher wie Forsythien oder Märzenbecher erhellen unser Gemüt beim Betrachten. Deshalb holen wir uns gerne diese Pflanzen ins Haus und stellen einen Osterstrauch auf, den wir mit bunten Ostereiern.

In der Natur und Pflanzenwelt regen sich jetzt die Triebe. Wachstum kann geschehen in allen Ebenen. Vieles dreht sich nun um Aussaat, Anzucht und Pflege der kleinen Pflänzchen. Ob wild gewachsen oder kultiviert. Es ist die wichtigste Zeit um für das Aussetzen und Anwachsen gut gestärkt zu sein.

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Nun sehen wir auch die ersten Knospen an Bäumen oder Büschen und so manche Pflanze strebt durch den Erdboden mit den ersten zarten Blättchen und Blüten. So wie das Schneeglöckchen. Aber auch das eine oder andere vereinzelte Gänseblümchen kann man schon mal sichten. Der Löwenzahn blickt an manchen Stellen schon durch und der Bärlauch beginnt mit seiner Blüte. Ebenso verlocken uns nach den kalten und tristen Wintertagen, die Bienen und Vögel mit ihrem Summen und Gezwitscher zu guter Laune und Lebensfreude.

Wir tanken auf und erleben diese regenerierende und erholsame Zeit in und mit der Natur um bei sich anzukommen und wieder seine Nerven zu stärken. Ebenso stärkt sich unser Immunsystem wenn wir in der Natur unterwegs sind.

Das frische und zarte Grün, das sich in diesen Tagen an den Kräutern, Pflanzen und Sträuchern zeigt wirkt auf uns erfrischend und hoffnungsvoll. Es tut uns mit seiner harmonisierenden Energie so gut und wir genießen die Stunden in der Nachmittagssonne. Auch wir blühen auf!

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So frage Du Dich zu Ostara:

 

Was blüht derzeit in mir auf?

 

Was braucht es, um es zu hegen und zu pflegen?

 

Wo und Wann bin ich fruchtbar?

 

Wo braucht es ein Mehr oder Weniger in meinem Leben um in Balance zu sein?

 

Welche neuen Wege zeigen sich mir?

 

Welche Träume der Raunächte habe ich genährt?

 

Was nährt mich in meinem Sein?

 

Was tut mir gut und gibt mit Kraft für neue Ziele?

 

 

 

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Text: Adelheid Koch

Redaktion: Cornelia Müller

Bilder: Startbild, 1, 5, 6 – Adelheid Koch;

2, 3, 4, Cornelia Müller

HINWEIS:

Die Erläuterungen, Steckbriefe, Rezepturen sowie Verwendungshinweise sind  nach Überlieferungen der Volksheilkunde, nach eigenen Versuchen und nach bestem Wissen niedergeschrieben. Es bleibt in der alleinigen Verantwortung des Lesers, die Angaben  einer eigenen Prüfung zu unterziehen. Werden Methoden, Ideen und Rezepte dieser Seite angewendet, dann geschieht dies auf eigene Verantwortung und Haftung. Anleitungen, Zubereitungen und Rezepte ersetzen weder eine ärztliche Diagnose noch eine entsprechende Therapie. !!!

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Bärnau im Landkreis Tirschenreuth  liegt 600 Meter hoch und so ist es mit der Vegetation etwas hinterher als der Rest vom Stiftland, doch ist das nicht unbedingt von Nachteil.

In den kleinen Kräutergärten an den rekonstruierten Lehmhütten aus den Jahren 800 -1300 n.Chr. muss man das Grün noch suchen. Doch an verstecken Ecken, dort wo die Sonne die Holzbalken und die Lehmwände erwärmt und ein Mikroklima schafft, da sind sie, die Botschafter des Frühlings.  Klein, zart doch mit einer Kraft, die auch uns mitnehmen möchte. Sie flüstern, säuseln, zaubern uns ein Lächeln ins Gesicht. “Komm steh auf, er kommt! Der Frühling mit seinem zarten Grün, mit seinen zarten Farben, mit den länger werdenden Tagen. Das uns mitreißt aus dem Haus zugehen und in der Natur zu verweilen.

So ein Ort ist auch der Geschichtspark Bärnau / Tachov.  Verweilen-entdecken-beobachten-vorstellen wie es mal war- Geschichte.

Auch wenn derzeit unser Geschichtspark noch geschlossen hat, mach ich mich auf die Suche nach den Ersten Frühlingsboten die hier wachsen. Erwartungsvoll–suchend schlenderte ich durch das Mittelalterdorf und freute mich über die ersten zaghaften Blüten der Kornelkirsche, die Blütenkätzchen der Hasel, den kleinen Spitzwegerich und den sonnengleichen Blüten des Huflattichs.

 

 

 

Kornelkrische

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Hell gelbe Blüten strahlen mir aus dem Gebüsch entgegen, die kleinen Blüten kommen noch vor den Blättern und sind mit einer der ersten Pollenspender für die Bienen. Die kleinen Blüten sind essbar und geben eine schöne Verzierung ab. Doch sollte man sie doch den Insekten lassen.

Viel interessanter sind doch für uns die Früchte die im August bis ca. Oktober reif werden. Sie sind gesundheitlich eine gute Unterstützung bei Magen- und Darmbeschwerden.

Aber auch das Holz ist von einer ganz besonderen Qualität. Es ist das härteste Holz Europas. Es ist sogar so schwer, dass es im Wasser untergeht. In früherer Zeit stellte man daraus Werkzeugstiele, Stöcke und Leitersprossen her.

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Haselnuss

Corylus avellana

Unkaputtbar, für immer Jung. Schätzen kann man das Alter der Hasel schlecht. Desto mehr man den Strauch schneidet, umso mehr treibt er aus. Er wächst gern in der Nähe des Menschen. Beschenkt uns mit Haselnüssen und im Frühling bescheren uns die männlichen Blütenkätzchen den Blütenstaub. Doch sind diese Kätzchen sehr proteinreich und man kann sein Müsli damit aufwerten (sofern man nicht allergisch reagiert).

Viele Märchen und Mythen ranken sich um die Hasel. Das bekannteste ist wohl  „Aschenputtel“ mit dem Haselstrauch auf dem Grab ihrer Mutter. Doch auch Wünschelruten, Besenstiele und Bögen werden aus ihr gemacht.

Mit den Blättern lässt sich Wolle und Baumwolle gut färben.

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Spitzwegerich

Plantago lanceolata

Der Spitzwegerich gehört für mich zu den „Erste Hilfe am Wegesrand“- Pflanzen.

Der Wegbeherrscher. Überall ist er leicht zu finden, eigentlich unverwechselbar.

Bei einem Insektenstich ist er sofort einsetzbar. Einfach ein Blatt zwischen den Fingern verreiben, so dass der Pflanzensaft austritt, auf die Stichstelle geben und schon ist eine Linderung zu spüren. Der Spitzwegerich enthält ein natürliches Antibiotika das Aucubin, das diese Wirkung möglich macht. Als Tee hilft er bei Husten und Smoothies macht er wunderbar cremig.

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Huflattich

Tussilago farfara

Die Natur gibt uns das was wir brauchen! Das erstaunt mich immer wieder. Gerade nach der langen Winterzeit, in der unser Immunsystem am schwächsten ist, schickt es uns kleine Sonnen.

Der Huflattich: wie kleine Sonnen steht er am Wegesrand, kennt man ihn, sieht man ihn überall.

Erst kommt die Blüte, Wochen später erst die Blätter. Er hilft bei trockenen Husten.

Er hat es geschafft in die Zulassung der Arzneimittel aufgenommen zu werden. Allerdings enthält er den Stoff Pyrriolizidinalkaloide (PA) welcher die Leber schädigen kann. Wer auf Nummer sicher geht, kann sich aus der Apotheke welche aus kontrolliertem Anbau mit reduzierten PA holen.

 

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Andrea Wolf ist begeisterte Kräutervermittlerin in Bärnau. Hier ist ihr Zuhause und ein wenig ist sie das auch. im Geschichtspark in Bärnau. Ob mit Kindern oder Erwachsenen – sie liebt es jung und Alt durch den Park. zu führen, ihnen von der Entstehung zu erzählen und auch gern ganz  pragmatische und sofort anwendbare Kräuter mit auf den Weg zu geben. Die Vielfalt und Möglichkeiten eines Krauts faszinieren Andrea immer aufs Neue – „Und man lernt ja nie aus!“

Text: Andrea Wolf

Redaktion: Cornelia Müller

Bilder: Startbild, 1, 3, 4 – Cornelia Müller

2 – Johanna Härtl

Portrait – Andrea Wolf

 

 

 

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Elefantenohren

von Susanne Bosch, die in der Ökologischen Bildungsstätte in Hohenberg an der Eger mit ihrem Tun Groß und Klein begeistert.

Geht doch bei Eurem nächsten Waldspaziergang auf Suche nach „Elefantenohren“. Jetzt im Frühling schlagen im Wald nicht nur die Bäume aus, sondern die Samen im Waldboden erwachen zu neuem Leben. Die „Elefantenohren“ sind übrigens Buchenkeimlinge.

Ein weitere Geheimtipp zur Buche: Die frisch ausgetrieben Buchenblätter kann man essen. Probier sie doch mal!

 

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Sei mein Gast, liebe Sonne!

 

von Adelheid Koch, die mit Kindern am Liebsten im Tun ist – im Fühlen, Sehen, Riechen und Schmecken und einfach Beieinander sein

Erfinde eine Blume mit verschiedenen Blüten und Blättern,

die jetzt auch noch zu finden sind.

 

Zum Beispiel winterharte Büsche und verschieden farbige grüne Blätter sind auch jetzt noch oder schon wieder da. Schau, dass auch vor dem Frühlingserwachen und dem Sprießen neuer Triebe die Natur ganz viel für Dich hat, mit dem Du etwas machen kannst und die Farbenvielfalt sehr groß ist.

Schau, was nicht alles so um Dich herum noch zu finden ist. Eventuell auch Blätter die vertrocknet in Herbstfarben im Garten liegen.

Verwende verschiedene Farben um nacheinander einen Stiel, Blätter und eine große runde Blüte zu legen.

 

Wenn du fertig bist, darfst Du gerne einen kleinen Tanz um diese Blume gestalten um die Sonne einzuladen die echten Blumen wachsen zu lassen.

Ein Gedicht oder vielleicht magst Du es singen ist auch hier mit dabei:

„Liebe Sonne ich grüße Dich

Wenn Du scheinst, dann freut es mich

Diese Bild ist als Geschenk gedacht

Ich hoffe, dass es Dir Freude macht

Nun leuchte stark mit aller Kraft

So dass die die es nach oben schafft

Durch den Boden reckt sie sich

In Deinen Strahlen wärmt sie sich

Ist sie dann groß blüht im Garten

Kann ich es kaum erwarten

Springe lustig und gar nicht stumm

Und tanze dann um sie herum“

 
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Keimen und Wachsen

 

von Martina Dötsch, die es liebt die Kinder mit auf Expedition zu nehmen – durch Wald und Wiese –  zum Schauen,  Staunen und Entdecken

Das einzige was eine Pflanze braucht ist Wasser, Luft und Wärme. Schon beginnt die Keimung und ein neuer Spross wächst heran. 

Auch wir brauchen Wasser, Luft zum Atmen und die Sonnenstrahlen. 
Im Moment werden die Tage auch wieder länger, es geht sozusagen wieder rauswärts. Der Winter ist zwar noch nicht ganz vorbei, trotzdem scheint die Sonne schon intensiver. Es herrscht sozusagen die absolute Harmonie zwischen Licht und Dunkelheit. Im Moment ist es fast so, als ob Mutter Erde den Atem anhält. Ostara ist ein wichtiger Übergang im Jahreskreis. Wir versuchen im Moment auch etwas Besonderes zu tun. Viele Menschen fasten gerade und oder verzichten auf so manches. Nicht nur das Haus möchte geputzt werden, auch unser Körper. 

 

Das Experiment mit der gekeimten Bohne lässt uns nachdenken, auch über uns. 
Wasser – Was brauche ich gerade? 
In welchem Umfeld lebe ich um auch keimen zu können? 
Licht – Wo kann ich mein Licht strahlen lassen?
 
Das Experiment mit der gekeimten Bohne lässt uns nachdenken, auch über uns. 
Wasser – Was brauche ich gerade? 
In welchem Umfeld lebe ich um auch keimen zu können? 
Licht – Wo kann ich mein Licht strahlen lassen?
Was treibt mich dazu an immer weiter zu wachsen? 
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Raubt mir gerade jemand die Luft? 
Kann ich mich so entfalten wie ich möchte? 
Zu der Frühjahrs Tag – und Nachtgleiche ist im Moment beides noch da. 
Die Kälte und die Dunkelheit des Winters, somit der Rückzug an den warmen Ofen und nochmals zu sich selbst. Schauen wir nochmal zurück. Sind wir dankbar für die Stille, für die Besinnung, die wir erfahren haben?
Dann schauen wir nach vorne hin zum Licht, zur Wärme und zur Fülle des nahenden Sommers.
Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Unsere Bohne wird eingesetzt in die Erde. Hier wurzelt sie weiter und wächst zu einer neuen starken Pflanze heran. Auch wir können uns erden, festigen und somit weiter wachsen und Früchte tragen. Der Samen unserer Früchte springt auf und verteilt sich weit über dem Boden. Somit wird immer mehr geerntet als man pflanzt. Da sich Pflanzen, wenn man sie lässt immer weiter vermehren. So gebt auch ihr das Licht und die Wärme weiter damit immer mehr Keimlinge zu großen Pflanzen heranwachsen können. 

 

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Text: siehe oben

Redaktion: Cornelia Müller

Bild Intro + 1: Susanne Bosch

Bild 2: Cornelia Müller

Bild 3+4: Martina Dötsch

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Gundelrebe für Kummer und Sorgen

Man erzählt sich, dass unter der Gundelrebe, Feen, Elfen und Heinzelmännchen wohnen. Die Feen wissen es genau und machen sich bei Husten und Durchfall immer Tee aus den blauen Blütchen und grünen Blättern. Der Heinzelmann weiß sogar zu berichten, dass ein Tee aus Gundelrebe alle Gifte vernichtet. Haben Menschen Kummer und Sorgen, wissen die Elfen genau was helfen kann: Sie empfehlen in Schokolade getauchte Gundelrebenblätter.

Dafür sammelst du Gundelrebenblätter, wascht sie mit Wasser gut ab und lässt sie trocknen

Anschließend Blätter in Schokoladenglasur tauchen und trocken lassen.

Löwenzahnbutter für Löwenkraft

Geschmolzene Butter und gepflückte Löwenzahnköpfchen:

Löwenzahn in der Butter aufkochen

dann abkühlen lassen über Nacht.

Am nächsten Tag, nochmals aufkochen, dann abseihen,

in kleine Förmchen gießen,

FERTIG ist deine goldene Löwenzahnbutter.

 

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Löwenzahn
Löwenzahn schenkt Löwenkraft und macht uns fröhlich und hilft unserer Gesundheit.

 

Brötchen mit der goldenen Butter bestreichen und mit frischen Löwenzahnblüten verzieren.

 

Wildkräuter Butter

Butter selber machen

 

 

Eine einfache Art, frische Wildkräuter zu verarbeiten, ist die Herstellung von Kräuterbutter. Dafür könnt ihr fertige Butter verwenden oder die Butter aus Sahne selber machen.

 

 

 

 

Was ihr braucht:

  • Wildkräuter – zum Beispiel:
    Löwenzahn, Vogelmiere, Gundelrebe oder Knoblauchsrauke.
  • einen Becher Sahne
  • ein Schraubglas
  • Messer
  • Schneidebrett
  • Rührschüssel
  • Blüten zum Dekorieren: Gänseblümchen, Veilchen, Löwenzahn

 

Kräuterbutter - Butter selber machen

 

 

Kräuter klein schneiden. Sahne in das Schraubglas füllen und kräftig schütteln, bis die Sahne fest wird. Weiter schütteln, bis sich die Schlagsahne in Buttermilch und Butter trennt. Durch ein Sieb gießen. Butter in die Rührschüssel geben, Kräuter hinzufügen und alles kräftig durchrühren. Brotscheiben mit Butter bestreichen und mit Blüten verzieren.

 

 

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Miriam Pichler liebt viele Kräuter und hat eine unglaubliche Lust mit ihnen zu experimentieren. Kreativ in der Küche und gern auch mit Blümchen im Haar werkelt sie mit den Pflänzchen.

Miriam erzählt von ihrer Leidenschaft: „Die Natur, das Klassenzimmer und natürlich die Küche sind die Orte an denen man mich findet und wo ich aufblühe. Ich bin ausgebildete Ernährungscoach, Kräuterpädagogin und habe einen Master in Bildungswissenschaften.

Durch meine Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungscoach bin ich auf die Welt der Kräuter gestoßen. Für mich hat sich dadurch eine neue Welt eröffnet. Ich darf täglich über die Wunder der Natur stauen, nutze die Heilkraft der Pflanzen im Alltag und bin fasziniert von der Vielfalt, der Schönheit und dem Zauber der kleinen Dinge rund um uns.“

Text: Miriam Pichler

Kommentar: Cornelia Müller

Bilder: Miriam Pichler

HINWEIS:

Die Erläuterungen, Steckbriefe, Rezepturen sowie Verwendungshinweise sind  nach Überlieferungen der Volksheilkunde, nach eigenen Versuchen und nach bestem Wissen niedergeschrieben. Es bleibt in der alleinigen Verantwortung des Lesers, die Angaben  einer eigenen Prüfung zu unterziehen. Werden Methoden, Ideen und Rezepte dieser Seite angewendet, dann geschieht dies auf eigene Verantwortung und Haftung. Anleitungen, Zubereitungen und Rezepte ersetzen weder eine ärztliche Diagnose noch eine entsprechende Therapie. !!!

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Das Scharbockskraut ist wie alle Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) giftig. Deshalb sollen nur die eher unscheinbaren, rundlichen, fleischigen jungen Blätter und die Brutknöllchen vor der Blüte verwendet werden. Nach der Blüte nimmt die Konzentration an Scharf- und Giftstoffen (Protoanemonin) zu.

Der selten verwendete Name Feigwurz leitet sich wahrscheinlich im Sinne der mittelalterlichen Signaturenlehre von ihrer Wirkung bei der Behandlung von Warzen bei Rindern (genannt Feigen) ab. Die medizinischen Eigenschaften werden auch heute noch als entzündungshemmend, schmerzlindernd bei innerlicher und äußerlicher Anwendung (Hämorrhoiden) genannt.

 

Hildegard von Bingen schreibt dem Scharbockskraut heilende Wirkung bei Hautunreinheiten, Hämorrhoiden und hohem Fieber zu. In der heutigen Heilkunde hat das Scharbockskraut trotz hohem Vitamin-C Gehalt, ätherischem Öl, Gerbstoffen und Saponinen keine Bedeutung mehr.

 
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Feigwurz, in der Schweiz Glitzerlie

Scharbock ist der alte Name für die Mangelkrankheit Skorbut. Die Blätter enthalten viel Vitamin C. Deshalb wurde das frische Scharbockskraut früher auch gegen Mangel an Vitamin C bei Skorbut eingenommen, vor allem von armen Leuten und Seeleuten. Mit getrocknetem und geriebenem Kraut streckte man zu Hungerzeiten auch Mehl („Himmelsgerste“).

 

Obwohl das Scharbockskraut in allen Teilen giftig ist, kann man die jungen, vor der Blüte frisch geernteten Blätter und die energiereichen weißen Brutknospen für Salate (Frühlings-Blutreinigung) und Aufstriche, aber auch für Smoothies verwenden. Wem das frische Kraut zu scharf ist, kann das Scharbockkraut in der milderen, getrockneten Form verwenden. Tee aus getrocknetem Kraut soll gegen Hautunreinheiten helfen.

Der nach der Blüte hohe giftige Protoanemoninanteil des Scharbockskrauts (die Giftigkeit lässt sich durch Trocknen verringern.) kann zu Schleimhautreizung, Magenverstimmung und sogar zu Vergiftung führen.

Gott schuf das Scharbockskraut – indessen,
den Bock dazu hat er vergessen.
Weshalb das Kraut zwar grünt und sprießt,
jedoch vergebens,
weil keiner kommt,
der es genießt.
(Ein Inbegriff verfehlten Lebens.)

 

Karl Heinrich Waggerl „Heiteres Herbarium“

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Walburg Ernst ist eine der ersten gewesen, die sich nach Veröffentlichen unserer Website im Herbst bei uns gemeldet hat. Sie hat schon mehrere Ausbildungen gemacht und liebt es, sich über Ländergrenzen hinweg zu vernetzen und auszutauschen. Hier bei Kräuter&Leut lässt sie uns mit Kräutersteckbriefen an ihrem Wissen teilhaben. Immer gut gelaunt und spontan – das ist Walburg mit ihrer Liebe zur Natur.

Text: Walburg Ernst

Kommentar: Cornelia Müller

Bilder: Walburg Ernst

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Im Kräuterdorf ist man schon gespannt, wann es endlich wieder mit Seminaren, Wildkräuterwanderungen usw. losgehen kann. Für mich ist der Frühlingsbeginn eine wichtige Zeit. Es ist ein Genuss für die Sinne die wärmenden Sonnenstrahlen zu spüren, besonders bei einem Spaziergang um unseren Nageler See, für mich ein Kraftort um innezuhalten und neue Energie zu tanken.

 

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Der Winter bäumt sich vielleicht nochmal auf, aber auch er kann den Frühling nicht aufhalten. Es ist die Zeit der Frühlings-Tagundnachtgleiche,  das Osterfest steht vor der Tür und diese Zeit ist auch eine wunderbare Räucherzeit.  Der Frühjahrsputz oder auch Osterputz ist wie ein Ritual mit dem wir uns die Klarheit und Frische des Frühlings ins Haus holen. Und da ist es natürlich auch ein wunderbarer Brauch das Haus mit reinigenden Pflanzen und Harzen auszuräuchern.

Z.B. mit Fichtennadeln, Fichtenharz, Beifuß, Wacholder, Johanniskraut und für mich muss auch immer Weihrauch und Myrrhe dabei sein.

 
Und wenn die Natur noch mit ihren Farben auf sich warten lässt hol ich mir den Frühling mit Tulpen, Primeln oder auch einen geschmückten Osterstrauch einfach in die Wohnung.
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Die Pflanzen für die Frühlingszeit sind Immergrün –  steht als Zeichen für das Weiterleben nach dem Tod – ,  Salweide (Bild)  – sie trägt eine tiefe Urkraft in sich, Regenerations- und Lebenskraft –  und Hasel – sie bringt Fruchtbarkeit sowohl auf körperlicher als auch seelischer Ebene.

Auch diese drei Pflanzen eignen sich für diese Zeit bestens zum Räuchern.

Einfach mal ausprobieren und die Zeit genießen.

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Erika Bauer liebt das Kräuterdorf Nagel und wandert fast täglich ihre Runde um den See. Auf ihrer Tagesrunde sieht sie den Frühling mit jedem kleinen Erwachen zu und freut sich darüber wie ein kleines Kind – voller echter Neugier und Zufriedenheit. Frisch werden sie eingepackt oder direkt gesnackt. Aber der Frühling ist auch eine ein um die Nase mit motivierenden Räucherungen zu betören. So kommst auch du mit frischer Kraft in den Frühling. 

Text: Erika Bauer

Kommentar: Cornelia Müller

Bilder: Erika Bauer

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Die ersten Blüten des Jahres berühren mich auf eine besonders Weise. Vogelmiere und Zaubernuss haben eine besondere Sprache für mich und weil Ursula Stumpf das so treffend schreibt, kann ich es einfach nur zitieren:

 

Botschaft der Vogelmiere – Stellaria Media (Bild oben)
 von Ursula Stumpf:

 

 


„Wenn Du den Winter satt hast, bringe ich Dir Freude am Leben. Rieche an meinen Blättern, zerreibe sie zwischen den Fingern und kaue sie – sie werden Dich erfrischen. Ich kremple einfach meine Vogelmieren-Ärmel hoch und übernehme den Frühjahrsputz in Deinem Körper und in Deinem Gemüt.
Du wirst sehen: Eingefrorene Gefühle löse ich auf und bringe Unternehmungsgeist zurück. Du fühlst Dich danach wie neu und ganz leicht. Vielleicht hast Du Lust, mit mir zu spielen und Sonnenstrahlen zu fangen? Du glaubst mir nicht? Du meinst, ich sehe viel zu zart aus? Eines musst Du wissen:
Meine zarte Seite ist meine Stärke!
Ich bin zwar klein, habe aber trotzdem Riesenkräfte. Ich bin so nah bei der Erde, weil sie mich wärmt und nährt. Auch nachts, denn da schaue ich mit meinem Sternenblick in den Himmel. Und hole sie auf die Erde – die Sterne. Schau mir ganz genau in meine Blütenaugen….“
 
 
Zaubernuss Botschaft der Zaubernuss – Hamamelis
 von Ursula Stumpf:
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„Egal, wie kalt es um mich herum ist, ich weiß um mein inneres Feuer. Ich bin mit dem wärmenden Feuer tief in der Erde verbunden und bringe es schon im Januar für alles Menschen sichtbar zum Erblühen. In meinen feurigen Flammenblüten steckt Klarheit und das Wissen, dass jeder Tag ein neuer Anfang ist. Jeden Tag erlebe ich mich und meine Umgebung neu. Ich lasse los, was gestern war und bin total neugierig auf das, was heute geschieht. Ich weiß, dass mir alles gelingen wird, was mir in meinem Hamamelis-Blütenleben begegnen wird: Ich bin geübt im positiven Denken und stelle mir mein Leben immer wieder genau so vor, wie ich es gerne hätte. Wenn der kalte Wind weht, rolle ich mich kuschelig zusammen; wenn es schneit, bin ich gespannt auf das Muster der Schneeflocken; wenn es taut, liebe ich das Gefühl des schmelzenden Schnees auf meinen Blütenblättern. Und ab und zu mag ich auch die Sonnenstrahlen – aber bitte nicht zu viele, denn sie verkürzen mein Leben. Wenn Du willst, gebe ich Dir von meinem Blütenfeuer. Damit kannst auch Du dir jeden Tag so schön gestalten, wie Du möchtest. Und staunst immer weiter. Das macht Dich frei, auf kreative Art zu handeln und schafft Dir Raum, neu zu werden. Jeden Tag wieder. In meinen Blüten steckt das Wissen, dass Kälte keine Chance hat gegen die Wärme des inneren Feuers.“

 

 

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Ulrike Gschwendtner: „Gestern habe ich die ersten Gänseblümchen auf der Wiese blühen sehen und mich an eine alte Volksweisheit erinnert: Wenn man die ersten drei Blüten, die man im Jahr sieht, verspeist, soll das ein ganzes Jahr vor Krankheiten schützen. Sie stehen noch und ich freue mich jeden Tag, wenn ich sie sehe. Glücksgefühle sind bestimmt auch ein guter Schutz gegen Krankheiten.“ 

Märchen, Sprüche, Weisheiten und in Texten verpackte Kräuterbotschaften sind ein Bestandteil der Führungen von Ulrike Gschwendtner – gerade in diesen sieht sie eine schöne Weise die Tiefe und Vielseitigkeit der Kräuter zu vermitteln. 

Text: Ulrike Gschwendtner

Redaktion: Cornelia Müller

Bilder Kräuter: Cornelia Müller, Porträt: Ulrike Gschwendtner

Quellen: Ursula Stumpf, Pflanzengöttinnen und ihre Heilkräuter, 2010 Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgartr

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„Gemma ist mein Name. Zu Deutsch Knospe. Ich bin die Zuversicht und die Hoffnung einer jeden Pflanze. Winzig und unscheinbar schlummere ich in einer Blattachsel oder an der Spitze eines Pflanzentriebes. Aber in mir verbirgt sich die geballte Kraft eines Blattes, eines Zweiges oder eines ganzen Astes. Nach dem unabänderlichen Bauplan meiner Mutterpflanze warte ich auf den Weckruf der Natur. Licht und Wärme lassen mich aufgehen und meine Bestimmung erfüllen.“

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Dieser Vorstellung lauschte vermutlich Dr. Pol Henry. Ein belgischer Forscher, der in Anlehnung an die Frischzellenkur von Dr. Niehans auf der Suche nach einem natürlichen Heilmittel war. Weil er es jedoch ablehnte mit menschlichem Embryonalgewebe zu experimentieren folgte er den Spuren des französischen Botanikers Prof. George Nétien, der auf dem Gebiet der botanischen Homöopathie forschte. Er begab sich auf die Suche in der Pflanzenwelt und entdeckte in den Knospen der Moorbirke die ersten Wirkprinzipien.

Er war angetan von der enormen Kraft in dem pflanzlichen, embryonalen Gewebe, dem Meristem. Weiterhin fand er in seinen unzähligen Versuchen heraus, dass sich die gesamte genetische Information in der Knospe befindet. Er experimentierte mit unterschiedlichen Methoden um Auszüge aus Knospen herzustellen und kam schließlich zum Mazerat, einem Prozess bei dem die Essenz der Pflanze mit einem Gemisch aus hochprozentigem Alkohol, Glycerin und Wasser entzogen wird und im Gegensatz zum reiner Alkoholauszug, der bis dahin üblich war, die pflanzlichen Proteine erhalten bleiben. Er nannte seine Entdeckung Phyto-Embryotherapie.

 

Es stellte sich bei seinen Forschungen heraus, dass bereits Heilkundige vor ihm die Kraft der Knospen erkannt und dokumentiert hatten. Hildegard von Bingen z. B. beschrieb in ihrem Buch Liber Divinorum Operum die Heilkraft der Knospen von Birke, Edelkastanie, Esche, Heckenrose, Holzapfelbaum, Pappel, Schwarzer Johannisbeere und Silberlinde.

 

In jüngerer Zeit haben sich Wissenschaftler aller Sparten mit den Knospenmazeraten beschäftigt und deren Wirksamkeit belegt. Im Französischen Arzneibuch finden sich die Knospenmittel seit 1965 und 2011 wurden sie als Glycerolmazerate ins Pharmacopoeia Europaea – das Europäische Arzneibuch aufgenommen. Darin sind sie den homöopatischen Herstellungsverfahren zugeordnet. Schließlich hat der enge Vertraute von Dr. Henry – der Homöopath Dr. Max Tétau – aus dieser Phyto-Embryotherapie die Gemmotherapie entwickelt.

Eingenommen werden die Mazerate mit Wasser verdünnt oder per Zerstäuber.

 

Die wohl am häufigsten und genauesten erforschte Knospe ist die der Schwarzen Johannisbeere. Einige Pflanzen und ihre Anwendung werden hier kurz vorgestellt:

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Schwarze Johannisbeere (Ribes nigum)

Aufgrund ihrer entzündungshemmenden und antiallergischen Wirkung wird die schwarze Johannisbeere auch als pflanzliches Kortison bezeichnet. Sie ist das Ganzkörpermittel : Allergien, Hauterkrankungen (Akne, Ekzeme, Herpes, Schuppenflechte), Chron. Schnupfen, Migräne, Rheuma, Gicht…..
„Zum Johannistag werden die Beeren reif“

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Silberlinde (Tilla tomentosa)

Sie ist das Mittel für‘s vegetative Nervensystem. Sie wirkt beruhigend und krampflösend. Hilft bei Ein- und Durchschlafproblemen. Unterstützt bei depressiver Verstimmung, bei Hyperaktivität und lindert Neuralgien.
„Die Linde war der Göttin Freya geweiht unter ihrem Blätterdach wurde Gericht gehalten – judicum sub tilia“

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Moorbirke (Betula pubescens)

In der Gemmotherapie wird die Moorbirke bei Abnützungserscheinung der Gelenke empfohlen. Es soll beim Remineralisieren der Knochen und der Verstärkung der Knochenzwischenräume hilfreich sein. Sie ist gut für ältere Menschen geeignet.
„Sie wird auch ‚Haarbirke‘ oder ‚Flaumbirke‘ genannt“

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Himbeere (Rubus idaeus)

Die Himbeere wurde schon früher von Hebammen zur Förderung der Geburt eingesetzt. Als Mazerat dient es zur Linderung von Menstrutationsbeschwerden, PMS und Amennorrhoe. Es unterstützt die Regulierung des weiblichen Hormonsystems und des Monatszyklus.
„Hintperi – die Beere der Hirschkuh“

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Eiche (Quercus pedunculata)

Wird bei chronischer Verstopfung, Rheuma und Arthritis angewendet. Außerdem findet es bei Hypotonie, Frühjahrsmüdigkeit und beim Einnässen von Kindern Verwendung.
„Einer nordischen Legende nach wurde der erste Mensch aus einer Eiche geboren“

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Walnuss (Juglans regia)

Die Walnuss hilft bei allen Hautkrankheiten, sogar chr. Entzündungen und Geschwüre. Sie stärkt die Bauchspeicheldrüse und senkt den Blutzuckerspiegel. Im Altertum galt sie als Vorbeugung gegen die Pest.
„Abgeleitet von ‚Jovis glans‘- ‚Jupiters Eichel‘ und ‚regia‘ für göttlich. Für die Griechen war die Walnuss eine göttliche Frucht.“

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Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

Rosmarin stärkt Leber und Galle und damit die Verdauung. Er unterstützt bei Unverträglichkeiten von bestimmten Nahrungsmitteln. Außerdem hilft es beim Loswerden von Übergewicht.
„Übersetzt mit Meertau – er ist der ‚Meerschaumgeborenen‘ Aphrodite geweiht“

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und ganz bald erwacht

aus diesen Knospen neues Leben:

frisches Grün, frisches Leben und Frühlingsduft!

(Austrieb der Buche – Fagus sylvatica)

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Über die Autorin
Hildegard-Kern

Hildegard Kern: Neben der Heilpraxis sind Kräuter, vor allem die Bachblüten und auch Knospen, Teil ihrer Leidenschaft. Hildegard liebt und lebt ihren Garten und die Natur. Sie nimmt dankbar all die Geschenke an, die sie daraus dargeboten bekommt. Mehr zu ihr findest du unter Kräuterleut‘. Ihr Wissen gibt sie gern in Kursen weiter. (finden derzeit leider nicht statt. Stand Feb 2021)

Text: Hildegard Kern

Bilder: Cornelia Müller

Quellen: Gemmotherapie, Knospen in der Naturheilkunde.
Christa Ganz, Louis Mutter, Adrian Gerber

HINWEIS:

Die Erläuterungen, Steckbriefe, Rezepturen sowie Verwendungshinweise sind  nach Überlieferungen der Volksheilkunde, nach eigenen Versuchen und nach bestem Wissen niedergeschrieben. Es bleibt in der alleinigen Verantwortung des Lesers, die Angaben  einer eigenen Prüfung zu unterziehen. Werden Methoden, Ideen und Rezepte dieser Seite angewendet, dann geschieht dies auf eigene Verantwortung und Haftung. Anleitungen, Zubereitungen und Rezepte ersetzen weder eine ärztliche Diagnose noch eine entsprechende Therapie. !!!

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Artikel von Ulrike Gschwendtner

01. Februar 2021

Lichtmess

Kirchlicher Hintergrund

Das Fest Maria Lichtmess stellte bis zum zweiten Vatikanischen Konzil in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts das Ende des kirchlichen Weihnachtsfestkreises dar. Oft bleiben auch heute noch die Kirchenkrippen bis zu diesem Tag aufgebaut und die Christbäume in den Wohnzimmern stehen. Lichtmess ist die allgemeine Bezeichnung für den zweiten Februar, der bis 1912 ein Feiertag war. In der Sprache der Kirche heißt das Fest seit dem zweiten Vatikanum „Darstellung des Herrn“, davor „Maria Reinigung“. Nach alten jüdischen Regeln galt eine Frau, die einen Sohn gebar, 40 Tage nach der Entbindung als unrein und der Erstgeborene als Eigentum Gottes. Am Ende des Zeitraums musste die Frau ihr Kind in den Tempel bringen („darstellen“) und durch ein festgelegtes Opfer auslösen. Auch bei uns in der Oberpfalz war es bis ins 19. Jahrhundert üblich, dass eine Frau etwa acht Tage nach der Entbindung zur „Reinigung“ vor der Kirche erschien. In der Vorhalle wurde sie vom Pfarrer gesegnet. Erst dann durfte sie die Kirche betreten, Wachs, ein Opfertier oder Geld spenden und wieder am Gottesdienst teilnehmen.1

Früher waren am 2. Februar Lichterprozessionen üblich. Die Gläubigen zogen mit brennenden Kerzen in der Hand in die Kirche ein. Schon aus frühchristlichen Zeiten wird im Zusammenhang mit der liturgischen Feier von Lichterprozessionen berichtet, die wohl eine alte römisch-heidnische Sühneprozession verdrängen sollten. Etwa ab der Mitte des 5. Jahrhunderts war der 2. Februar in Rom ein hoher Festtag, an dem ein Umzug mit Kerzen und Fackeln stattfand.2

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Kerzenweihe

An Lichtmess werden bis heute in der Kirche die Kerzenvorräte für das ganze Jahr geweiht – Kirchenkerzen und der private Bedarf. Früher brachte man neben Haushaltskerzen auch Sterbekerzen, schwarze Wetterkerzen und Wachsstöcke in die Kirche, ließ sie weihen und bewahrte sie als Vorrat für das Jahr zu Hause auf. Ein Wachsstock wird vom Wachszieher aus jeweils einem einzigen weichen und dünnen Kerzenzug gelegt. Ein altes Handwerk, das es heute kaum noch gibt. Wachsstöcke waren gerne empfangene Geschenke. Eltern beschenkten damit ihre Kinder, Dienstboten erhielten Sie von der Herrschaft. Der Knecht bedankte sich mit einem Wachsstock bei der Dienstmagd, die ihm täglich das Bett gemacht hat und seine Kammer in Ordnung hielt. Die besonders verzierten Stöcke hat man nie angezündet, sondern in kleinen Schachteln aufbewahrt. Auf die Schachteln notierte die Dienstmagd, wann und von wem sie den Wachsstock bekommen hatte. Die Bäuerin bedankte sich beim weiblichen Gesinde für deren Fleiß und Treue oft mit einem Wachsstöckl-Geschenk. Die einfachen Wachsstöcke hat man beim gemeinsamen Nachtgebet in den Bauernstuben, bei aufziehendem Gewitter und in der Kirche bei den Engelämtern (Rorate) angezündet.3

 

Heute findet man kunstvolle Wachsstöcke oft nur noch in Ausstellungen, wie im Stadtmuseum in Neustadt an der Waldnaab.

 

Eine besondere Bedeutung erhielt der 2. Februar, wenn er auf einen Sonntag fiel. Den an diesem Tag geweihten Wachsstöcken, schrieb man die zehnfache Kraft zu.4 Nach Franz Xaver von Schönwerth muss eine Weihe drei Jahre lang immer an jedem Tag, an dem Lichtweihe stattfand, wiederholt werden. Die so geweihten Wachsstöcke waren dann ein Familienstück und erbten sich von Stamm zu Stamm fort, oft hundert Jahre. Es sind nur drei Tage im Jahr, an denen die Wachsweihe stattfand: Lichtmess, Blasius und Agatha am 2., 3.  und 5. Februar.5

Dienstboten

Ein besonders wichtiger Tag war Lichtmess für das Gesinde. In der Oberpfalz gab es für einen Dienstwechsel nur einen Termin im Jahr – Maria Lichtmess. Anderenorts konnte auch an Michaeli (29. September) gewechselt werden. Schriftliche Verträge gab es keine, es galt der mündliche Vorspruch und der Handschlag. Im Laufe der Zeit ging man dazu über, bei der Abmachung über ein neues Dienstjahr ein sichtbares Zeichen zu setzen. Bei den Oberpfälzer Dienstboten („Ehehalten“ genannt) war es üblich, ein Geldstück entgegenzunehmen, wenn man seinen alten Vertrag verlängerte oder einen neuen Dienst antrat. Das gesprochene Wort, die symbolische Geste des Handschlags und das Geld als Zeichen machten einen Dienstvertrag vollständig. Dabei nannte man das Geldstück in vielen Gegenden „Dingpfennig“ oder „Leykauf“.

 

In der vorindustriellen Zeit hatten die Mägde und Knechte die längsten Dienstverträge aller Arbeiter. Für ein ganzes Jahr mussten sie sich verpflichten, durften ihren Arbeitsplatz nicht früher verlassen und auch nicht früher gekündigt werden. Geregelt war dies in den Gesindeordnungen, die die bayerischen Herzöge und Kurfürsten zwischen dem 14. und 19. Jahrhundert erließen.

Freie Tage gab es für das Gesinde nicht, da es immer gebraucht wurde; auch an Sonn- und Feiertagen. Erst die Polizeiordnung von Herzog Maximilian im Jahr 1616 führt einen Dienstboten-Jahresurlaub von vier Tagen ein, „Schlenkelweil“, in der Oberpfalz eher „Kölbelweil“ genannt. Festgelegt auf zwei Tage vor und zwei Tage nach dem hohen Feiertag Lichtmess. Jetzt war Gelegenheit die Eltern und Geschwister zu besuchen, auf Kölbel-Tanzveranstaltungen und Schlenkelmärkte zu gehen oder in den Tafernwirtschaften zu zechen.6

 

Auf den Schlenklmärkten suchten die “Schlenklleut“ nach neuen Angeboten.  Für die Bauern, die noch Dienstboten brauchten war einfach zu erkennen, wer noch frei war. Die Frauen trugen zweierlei Strümpfe, einen weißen und einen roten. Die Burschen hatten ihre Hüte mit einem Strohbüschel geschmückt. Lohn und Leykauf wurden genau ausgehandelt und mit einem kräftigen Handschlag besiegelt. Am dritten Tag nach Lichtmess, dem Agathentag, rückte die neue Magd oder der neue Knecht mit seinen Habseligkeiten an. Vielfach wurden die neuen Ehehalten von ihrem Dienstherrn mit dem Fuhrwerk abgeholt. Zur besseren Eingewöhnung gab es an diesem Tag auch einen besonderen Festschmaus, der meistens aus einem gut aufgeschmalzenem „Schmarrn“ (Mehlspeise) bestand.7

 

Erst Mitte des 18. Jahrhunderts bildete die „Ehehalten- und Tagwerkerordnung“ eine Grundlage, die in jedem Dienstbuch des Gesindes abgedruckt war. Der Dienstbote war verpflichtet, sich in das „Obrigkeitliche Dienstbotenverzeichnis“ eintragen zu lassen und ein vorschriftsmäßiges Dienstbuch zu führen.8

Der Barlohn der Dienstmägde fiel rund ein Drittel geringer aus als der, der männlichen Arbeitskräfte, wenngleich Frauen mitunter gleich schwere Arbeit verrichten mussten. Grundsätzlich kostenlos waren Unterkunft und Verpflegung; einfaches Essen und meist ein Bett unterm Dach. Eine warme Decke war oft selbst zu beschaffen. 

Um 1930 verdiente Johann aus Brennberg 300 Reichsmark im Jahr, Mina aus Kallmünz erhielt 1917 120 Mark. Von diesem Jahreslohn, der an Lichtmess bar ausbezahlt wurde, war auch die meiste Kleidung, Schuhe und Toilettenartikel zu kaufen. Für Luxus wie ein Fahrrad musste Mina mehrere Jahre sparen.9
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Mit Lichtmess begann ein neues Bauernjahr, die Winterarbeiten wie Besenbinden, Holzschuhe anfertigen und allerlei Ausbesserungsarbeiten waren für die Männer beendet. Seit St. Michael (29. September) haben sich die Frauen abends oft in geselliger Runde zusammengesetzt zum Spinnen, Stricken, Flicken oder Gänsefedernschleißen. Diese Treffen hießen Hutza-, Spinn- oder Rockenstubm.10 

An Lichtmess räumten die Frauen ihre Spinnräder weg, die Arbeit draußen begann: „Lichtmess – das Spinnen vergess! ´s Radl hinter die Tür, die Hacke herfür!“11

Der Bauer prüfte an Lichtmess, ob der Heuvorrat noch bis zur nächsten Ernte reicht. War das nicht der Fall, wurde das Futter gestreckt. Da die Preise schlecht waren, wollte niemand zu dieser Zeit Vieh verkaufen. Also mischte man Haferstroh oder Roggenstroh unter das Heu. Das Stroh wurde sonst als Einstreu verwendet. Wenn auch hier der Vorrat zur Neige ging, brauchte man Ersatz. Also fuhr man in den Wald zum Streurechen. Dabei wurden verrottete Blätter und Nadeln, wie auch Schwarzbeerkraut mit eisernen Rechen ausgerupft, nach Hause gefahren und dort gelagert, bis das Stroh aufgebraucht war.12

 

„Lichtmess muss noch die Hälfte der eingebrachten Ernte vorhanden sein“.

Bauernweisheit

Unsere Vorkulturen feierten Anfang Februar die Wintermitte. Imbolc hieß dieses Fest bei den Kelten und war der Göttin Brigid geweiht. Sie war die Göttin der Poeten, Musiker und Künstler, sowie der Heilung und der Schmiedekunst. Sie war auch die Patronin der Hebammen und Schutzgöttin der Gebärenden.

Jetzt zu Lichtmess kann man das wiedergekehrte Licht in der Natur spüren. Die Tage werden länger und die Sonne gewinnt an Kraft. Pflanzen und Tiere erwachen aus dem Winterschlaf. Es ist die Zeit des ersten Keimens und des Neubeginns.
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1 vgl. Steinbacher, Dorothea: Wenn es draußen finster wird. Bräuche und Legenden für die Winterzeit, 2. Auflage, 2020, S. 183

2 vgl. Schütz, Georg: Fest der Begegnung, in Erika und Adolf Eichenseer (Hrsg.): Oberpfälzer Weihnacht: Ein Hausbuch von Kathrein bis Lichtmess, 1978, S. 417.

3 vgl. Teplitzky, Hubert: Wachsstöckl, in Erika und Adolf Eichenseer (Hrsg.): Oberpfälzer Weihnacht: Ein Hausbuch von Kathrein bis Lichtmess, 1978, S. 419-420.

4 vgl. Schütz 1978, S. 418.

5 vgl. v. Schönwerth, Franz Xaver.: Wachsweihe um 1860, in Erika und Adolf Eichenseer (Hrsg.): Oberpfälzer Weihnacht: Ein Hausbuch von Kathrein bis Lichtmess, 1978, S. 418-419.

6 vgl. Hartinger, Walter: Dienstbotenurlaub an Lichtmeß, in Erika und Adolf Eichenseer (Hrsg.): Oberpfälzer Weihnacht: Ein Hausbuch von Kathrein bis Lichtmess, 1978, S. 422-424.

7 vgl. Herrmann, Josef: Beim Dienstbotenwechsel, in Erika und Adolf Eichenseer (Hrsg.): Oberpfälzer Weihnacht: Ein Hausbuch von Kathrein bis Lichtmess, 1978, S. 426.

8 vgl. Harbauer, Josef: Dienstbote und Dienstherr, in Erika und Adolf Eichenseer (Hrsg.): Oberpfälzer Weihnacht: Ein Hausbuch von Kathrein bis Lichtmess, 1978, S. 426.

9 vgl. Blumschein, Christine: Aus Gesprächen mit ehemaligen Dienstboten, in Erika und Adolf Eichenseer (Hrsg.): Oberpfälzer Weihnacht: Ein Hausbuch von Kathrein bis Lichtmess, 1978, S. 428.

10 vgl. Kuchler, Franz: Bäuerliche Winterarbeiten, in Erika und Adolf Eichenseer (Hrsg.): Oberpfälzer Weihnacht: Ein Hausbuch von Kathrein bis Lichtmess, 1978, S. 435.

11 vgl. Steinbacher 2020, S. 185.

12 vgl. Resch, Luise: Landwirtschaft um Lichtmeß, in Erika und Adolf Eichenseer (Hrsg.): Oberpfälzer Weihnacht: Ein Hausbuch von Kathrein bis Lichtmess, 1978, S. 431.

 

 

Bilder:

Startbild, 1, 2-Helmut Greger; 

3,4 – Cornelia Müller

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Es ging und geht in den Raunächten immer um ein bewusstes Verabschieden des Alten und Begrüßen des Neuen.
 
Das Wort Raunacht wird unterschiedlich geschrieben, da der Ursprung des Namens nicht genau geklärt ist. Zum einen kommt es von rauh, so wie zu dieser Zeit auch das Klima rauh und kalt war, ebenso gibt es das Wort „ruch“ welches pelzig überliefert heisst und abgeleitet ist vom Aussehen der Dämonen. Aber auch der Brauch des Räucherns zeigt den Ursprung des Wortes, da in diesen Tagen das Räuchern eine ganz besondere Bedeutung hatte.
Die Tage/Nächte sind nicht genau festgelegt, da unterschiedliche Regionen unterschiedliche Abläufe und auch verschiedene Bräuche haben. Es gibt ganz unterschiedliche Reihenfolgen und Wertigkeiten der verschiedenen Tage. Eine Raunacht beginnt von Mitternacht und endet Mitternacht des folgenden Tages. Und eine andere Zählweise sagt sie beginnt in der Dämmerung und endet beim Morgengrauen.
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Zwölf »Rauhnächte« sind es zwischen dem 25. Dezember (der Mutternacht) und dem 6. Januar, wobei jede Nacht für einen Monat des nächsten Jahres steht. Die Nacht vom 24.12 auf den 25.12. steht also für den Januar des folgenden Jahres, die Nacht vom 25.12. auf dem 26.12 dem Februar des folgenden Jahres und so fort.
Es wird überliefert, dass in diesen Tagen die Schicksalsgöttinnen ihre Fäden für unser Leben weben.
Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Die bedeutendsten vier Rauhnächte sind:


Nacht auf den 21. Dezember : Längste Nacht des Jahres, Thomasnacht
Nacht vom 24. auf den 25. Dezember : Heilige Nacht
Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar : Silvester/Neujahr
Nacht auf den 6. Januar : Heilig drei Könige

Die Wintersonnenwende am 21.Dezember wird in vielen Kulturen mit zu den Raunächten gezählt, da sie die längste Nacht des Jahres ist und in dieser Nacht das Licht wiedergeboren wird. So war die Wintersonnenwende – auch Julfest genannt – ein wichtiges Jahreskreisfest unserer Vorfahren und leitete die Raunächte ein. Wir nennen sie auch Thomasnacht.

Es ist die Zeit ohne Zeit!

Diese Tage sind übriggeblieben als der Jäger und Sammler zum Ackerbauern wurde. Herrschte vorher die Zeitrechnung der Monatszyklen – die Monate – und diente als Berechnung der Zeit, stellte man nun den Mondkalender um und nutzte den Sonnenkalender, bzw gab es einen Luna-Solar-Kalender. Zählt man allerdings die Tage genau zusammen der Monate sind es ca. 354 Tage. Die Sonne umläuft die Erde in einem Jahr aber in ca.365 Tagen.

So ist diese Differenz der Grund, warum in diesen Tagen eine besondere Zeitqualität herrscht. Es sind übriggebliebene Tage und ebenso eine Schwellenzeit mit ganz magischen Kräften. Die längste Schwellenzeit des Jahres.

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Diese Tage hatten eine besondere Bedeutung in vielen Ländern dieser Erde. Es war eine heilige Zeit in der besondere Gesetze in Kraft traten. Während dieser Zeit wurden sogar Kriege unterbrochen und es herrschte Waffenstillstand.

Alle Jahreskreisfeste sind Schwellenzeiten so wie auch der Sonnenauf – oder Sonnenuntergang. Hier wirken besonders starke und magische Kräfte und man sagt ihnen nach, dass hier die Tore zur Anderswelt weiter geöffnet sind. Die Zeit steht still und wir sind sprachlos in solchen Momenten des Übergangs.

Die Rauhnächte sind Losnächte. „Los“ kommt von „losen“, „vorhersagen“.
Alles, was an diesen Tagen geschah, hatte eine besondere Bedeutung, selbst das, was scheinbar als unwichtig erschien: ob es Probleme gab, besondere Überraschungen, welche Begegnungen sich ergaben, ob die Tage friedlich und harmonisch verliefen, wie das Wetter an diesen Tagen war usw. Alles wurde akribisch aufgeschrieben, notiert und es wurde versucht es zu deuten um Vorzeichen für das kommende Jahr zu erhalten. Ebenso wurden allerlei kuriose Orakel befragt um einen Blick in die eigene Zukunft erhaschen zu können. (Unser Bleigiessen zu Silvester ist ein Überbleibsel davon) So wie die Raunacht abgelaufen ist, wurde es als Deutung für den zugehörigen Monat im kommenden Jahr betrachtet. Die erste Raunacht entsprach dem Januar, die zweite Nacht dem Februar usw….
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Es war aber auch eine Zeit voller Angst und Furcht, da die Wilde Jagd (meist waren damit die kalten und kräftigen Winterstürme gemeint) ihr Unwesen trieb. Man sagte der Wilden Jagd nach, sie habe Dämonen Geister und verlorene Seelen in ihrem Gefolge. Wenn diese sich in der Wäsche verfingen oder man ihnen in der Dunkelheit begegnet bringe dies großes Unheil Gleichzeitig war man erfreut, wenn die Wilde Jagd über die Felder wehte, da dies ein Zeichen für Fruchtbarkeit war. Deshalb wurden auch Essensgaben auf die Felder gegeben um gütig und wohlwollend zu stimmen.
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Frau Holle beobachtete ob Ordnung im Haus gehalten wurde, Gebote beachtet wurden und ob nur das Nötigste gearbeitet wurde. Sie hatte auf alles ein Auge und „wohnte“ im Holunderbusch, welcher eine sehr beschützende und stärkende Pflanze für das Gut war. Die Menschen waren den Naturkräften viel näher als wir das heute sind und ehrten so den Zugang zu den Naturkräften. Denn sie konnten nur MIT der Natur leben und waren abhängig davon, die Zeichen deuten zu können. So beobachtete man viel und die Sinne waren viel feiner, bzw. waren ja auch die Lebensrhythmen mit den Rhythmen der Natur verbunden.

Wenn es dunkel wurde ruhte man, wenn es hell war arbeitete man!

Es ist Ruhezeit und Rückzugszeit um Kräfte zu sammeln für den Neubeginn im Frühjahr. Regeneration und Erholung, Rückschau und Neuausrichtung sind unsere Bedürfnisse in dieser dunklen Jahreszeit.

Man überliefert, dass man in diesen Tagen mit den Tieren reden konnte und Orakel, Visionen und Zukunftsdeutungen möglich waren. Es war eine magische und mystische Zeit, um die sich viele Mythen und Legenden drehten.
Die jedoch auch mit vielerlei Angst und Furcht besetzt war, da sie für das neue Jahr und die Zukunft die Samen setzten. So wurden viele Gebote und Verbote aufgestellt, überliefert und strikt eingehalten um das Schicksal gütig zu stimmen.

Man vermied Kreuzungen und las aus Zwiebeln das Wetter, man hörte den Tieren zu was sie über die Zukunft im Huas wissen, man bat in der Thomasnacht nackt auf einem Schemel stehend einen Blick auf den Zukünftigen, man warf Schuhe, ob man das Haus verlassen müsse oder bleiben kann, usw….

Die Träume waren intensiver und ließen die Zukunft erahnen. So schrieb man die Träume auf, denn viele dieser Träume wurden wahr oder enthielten eine wichtige Botschaft für die Zukunft des Träumenden. (z.B. zukünftiger Ehemann). Besonders die Träume der Thomasnacht hatten ein große Bedeutung.

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Ein besonderes Augenmerk hatte man auf das Wetter. Die älteste Generation überwachte und notierte alles ganz genau, denn davon hing die Planung des Säens und Erntens im neuen Jahr ab. Ebenso wurde jedes Detail der Raunacht beachtet und als schlechtes Omen oder gutes Zeichen gedeutet
Vielerorts rechnete man den ersten 6 Raunächten das Alte zu und nutzte sie zum Auflösen, Abschließen und Altes gehen lassen.
Die anderen 6 Raunächte waren der Zukunft und den Träumen, Zielen und Wünschen gewidmet.
Man ehrte besonders die Ahnen und schmückte ihnen ein Ahnentischchen, das mit Bildern, Kerzen und Essensresten des Festmahls bestückt wurde. Manchmal ließ ,an auch über Nacht am großen Stubentisch ein Gedeck mit Essen für die Ahnen stehen, damit sie sich in der Nacht laben konnten.
Im Vorfeld schon wurden Projekte beendet und keine neuen begonnen um dies zu symbolisieren. Ebenso wurden Werkstätten und Werkzeug gut sortiert und repariert. Geliehenes wurde zurückgegeben oder zurückgeholt, Schulden begleichen und offene Rechnungen bezahlt. Es wurde geordnet und alles blitzeblank geputzt.
Streitigkeiten wurden aus der Welt geschafft und ausgesprochen.
So wurde nichts mit ins neue Jahr hinübergenommen, was man nicht mehr brauchte.

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Und die Menschen konnten die Raunachttage auch als die schönste Zeit im harten Bauernsjahr er-leben und genießen. Denn es galt so wenig wie möglich zu arbeiten, sondern sich zu erholen, zu regenerieren und es sich gut gehen zu lassen. Miteinander zu feiern, sich Geschichten erzählen und Musizieren. Sogar die Knechte und Mägde durften mit in die gute Stube. Es wurde reichlich gegessen, von all den Geschaffenem im letzten Jahr. Man nutzte die Tage um Rückschau zu halten, zu ruhen und das neue Jahr segensreich einzuladen. Hierzu wurden vielerlei Rituale und Opfergaben gelebt, um die Götter gütig zu stimmen, Unheil abzuhalten und um Schutz und Segen einzuladen. Diese wurden nur mündlich von den Ältesten weitergegeben Aber es gab auch zwei Wandlungstage, an denen man das Schicksal bei Einhaltung aller Gebote und Verbote gütlich stimmen könnte und Verfehlungen der vorherigen Tage wandeln konnte. Diese Tage sind der 28.Dezember und der 5.Januar……also zusätzliche Chance
VERBOTE – Türen schlagen – Streit – Fluchen – Arbeiten – nur das Nötigste – Es durfte sich kein Rad drehen ( Spinnen ) – Glücksspiel mit Karten oder Geld – Bei Dunkelheit nicht ausser Haus gehen – Feuer durfte nicht ausgehen – Keine Haare und Nägel schneiden – Kein Karten und Glücksspiel vor allem nicht um Geld
GEBOTE – Bittenden geben – Schulden begleichen – Aussöhnen – Räuchern an den 4 Hoch-Tagen – Räuchern am 6.Januar – Opfergaben an die Götter und an Frau Holle – Extraportion Futter für die Tiere im Stall und Segnung – Ein Licht in das Fenster stellen für die Ahnen und um herumirrenden Geistern zu zeigen, hier ist Leben – Geschichten erzählen – Miteinander feiern – Ordnung halten – Ehren von Verstorbenen dieses Jahres und dazu wurde eine besondere Ahnenecke geschmückt – Grundstück wurde umstellt an den 4 Ecken mit Licht
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Auch heute noch können wir auf wundersame und magische Art und Weise die Raunächte leben und er-LEBEN. Es ist eine Zeit der bewussten Rückschau und des Innehaltens, des Ruhens und Regenerierens um Kraft zu haben für das was kommt. Ebenso laden uns diese Tage ein, besonnen und achtsam unser Leben zu überdenken und uns neu zu fokussieren, wohin unser Weg gehen soll. Die Träume und Wünsche dürfen wiederentdeckt und genährt werden.
Notiere alles, was Dir wichtig erscheint. Reinige Dich und Deine Räume durch Räuchern und begrüße mit Segenswünschen das neue Jahr.
Es bietet sich an – auch in unserer modernen und schnellen Welt – in diesen Tagen langsamer zu werden, die Stille in uns wahrzunehmen und sich auf das zu konzentrieren, was unser Herz uns sagen will. Denn an keinem Zeitpunkt im Jahr sind wir uns näher als in diesen geweihten und heiligen Nächten.
So wünsche ich Dir genauso viele wundervolle Momente, wie ich sie seit Jahren erleben darf. Genieße den Zauber und die Magie dieser „Zeit ohne Zeit“ mit viel Bewusstheit und Dankbarkeit.

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Bilder: Adelheid Koch

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Die Natur hat sich ganz in sich zurückgezogen und bewegt sich kaum. Wenn sie sich in Schnee einhüllt fühlt sich alles ganz ruhig und voller Frieden an. Es scheint als würde alles stillstehen. In der Erde beginnt es gerade jetzt neu zu leben, kaum erkennbar, aber es sammeln sich Kräfte des Neuanfangs.

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An der Wintersonnenwende, dem 21. Dezember feierte man die Wiedergeburt des Lichts. Überall wurden Jul-Feuer entzündet zu Ehren der Sonne und um ihr den Weg zu ebnen.
Und als Gegenstück zur Sommersonnenwende ist die Ehre und Freude über das Sonnenlicht deutlich spürbar. So werden an der Wintersonnenwende gerne Kräuter und Harze geräuchert, die an der Sommersonnenwende gesammelt wurden, da sie an diesem Tag die höchste Kraft innehaben. Wir können uns also die heilsame Kraft der Sommersonne in dieser Form einladen und diese in den geweihten Nächten ins Haus, unser Leben holen. Dies unterstreicht wieder, wie wichtig der Jahreslauf in Bezug zu unserem Lebenslauf ist und gewürdigt wird.
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Die Wintersonnenwende oder Julnacht ist die längste Nacht und der kürzeste Tag. Und an diesem Tag wendet der Sonnenstand, so dass – kaum merklich in den ersten drei Tagen bis Heiligabend – das Tageslicht sich verlängert. Man zelebrierte die Rückkehr des Lichts und der damit verbundenen  wiedergebärenden Lebenskräfte. Wie ein Sieg des Lichts über die Dunkelheit.Es beginnt wieder ein neuer Zyklus im Rad des Lebens.
Ab dem ersten Weihnachtsfeiertag kann man ganz leicht bemerken, wie es immer mehr zunimmt. Dazu gibt es ein sehr bekanntes überliefertes Sprüchlein:
Zu Weihnachten a Muckngahn,
zu Neujahr a Hahnentritt,
zu Heilig Drei Könige a Hirschensprung
und zu Maria Lichtmess a ganze Stund.
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Bei uns wird dieser Nacht auch Thomasnacht genannt und man fütterte bis zu diesem Tag die Mettensau. Ein Schwein welches an der Thomasnacht geschlachtet wurde, um nach der Christmette von dem Fleisch und den Würsten schlemmen zu können. Meist gab es zu diesem Anlass auch immer 12 verschiedene Beilagen. Es ist eine Zeit des Orakelns und der Weissagung. Dieser Tag war ein wichtiger Lostag fürs Wetter, und die Liebe. Besonderes Augenmerk legte man an diesem Tag auf die Träume. Denn sie sollten Aufschluss geben über bestehende Fragen und auch Vorschau geben auf die Zukunft. An diesem Tage versuchten z.B. die ledigen Frauen mit unterschiedlichen Ritualen einen Blick auf ihren Zukünftigen zu erhaschen bzw günstig zu beeinflussen wer sie heiraten wird.
„Finstere Thomasnacht,
stets ein gutes Jahr gebracht.“ 
„Frierts an Thomas, fällt der Kornpreis;
Ist es mild, steigt er.“
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Ebenso war es wichtig vor der Wintersonnenwende alles Geliehene und Verliehene zurückzugeben oder zurückzuholen. Alle Schulden sollten beglichen und Rechnungen bezahlt sein. Um einen Energieverlust im neuen Jahr zu vermeiden und keine Altlasten mit ins neue Jahr zu nehmen. Alle Werkzeuge sollten repariert und instandgesetzt sein. Die Werkstätten aufgeräumt und geordnet. Alles was nicht mehr gebraucht wurde in Haus und Hof sollte aussortiert sein und in eine Ordnung gebracht sein. Es sollte ausgesprochen sein, was unterm Jahr noch nicht befriedet war oder was es noch zu sagen gab. Ganz wichtig war es auch zu danken. Für alles wofür ein Dank noch ausstand, sollte vor der Thomasnacht ausgeglichen werden. Es war ein zentraler Wendepunkt im Leben unserer Vorfahren und man blickte zurück und setze die Samen für das Neue. Auch wir können dies für uns nutzen.
Persönliche Fragen zu dieser Zeit:
„Welches Licht brennt in mir und möchte genährt werden?“
„Was ist in diesem Jahr in mir ans Licht gekommen und wurde vollendet?“
„Wie kann ich ein Licht für diese Welt sein?“
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Feuer stand fürs Überleben, denn mit dem Feuer konnte man heizen, konnte man Nahrung zubereiten, wurde es hell und man hielt Unheilvolles fern. Es hatte die Kraft zu transformieren und so neu zu schaffen. Das Entzünden des Julfeuers stand symbolisch auch dafür, dass das Alte und Vergangene gewandelt wird in den Flammen und das Neue voller Hoffnung und Zuversicht eingeladen und genährt wird.
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Dazu möchte ich Euch ein schönes Ritual für Euer Feuer mitgeben:

Schreibe Dir mehrere Zettel mit den Dingen, Tugenden oder Vergangenem, das Du loslassen möchtest. Aber auch Situationen, die Dich nicht mehr belasten sollen. Und auch Dinge, die sich im Lauf des Jahres verändert haben in und mit Dir.

Nimm Dir eine  Kerze und entzünde die Zettel einzeln darin.Halte inne und betrachte bewusst die Worte, welche sich im Feuer auflösen. Lege die Reste in eine Schale und wenn Du möchtest kannst Du hinterher ein wenig räuchern.

Gerne kannst Du aber auch ein Feuer entzünden und das Licht ehren. Nähre das Feuer mit segnenden Kräutern und Harzen. Wenn Du soweit bist verbrenne die Zettel im Feuer. Auch hier solltest Du innehalten und bewusst zusehen wie sich die Worte auf den einzelnen Zetteln auflösen. Du kannst gerne nach jedem Zettelchen auch ein wenig Räucherwerk mit ins Feuer werfen. Hierzu eignet sich gut ganz fein gemahlenes Olibanum.

Mehr zu den Jahreskreisfesten findest du im Artikel „Jahrekreisfeste“ dazu. 

Bilder: Adelheid Koch – Startbild, Bild 1, 2 / Cornelia Müller – Bild 3, 4, 5

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Im keltischen Überlieferungen hatten sie eigenständige Namen und eigene Energien, die genutzt wurden auf verschiedene Arten. 

4 davon waren Sonnenhochfeste, welche festgelegt sind im Datum und 4 Mondfeste, welche sich jeweils nach den Mondständen richten im ursprünglichen Sinne, aber mittlerweile auch feste Tage bekommen haben.

An diesen Tagen wurde das Leben im immerwährenden Kreislauf gefeiert und auch benutzt um einzutreten in die Anderswelt, da an diesen Schwellenzeiten die Schleier zu anderen Dimensionen offener waren. Man konnte mit feinstofflichen Kräften kommunizieren und so Ihre Energien einladen.

Die Kräfte der Natur wurden geschätzt und geehrt und der Mensch war im Einklang mit den Zyklen und dem Jahreslauf. Oft können wir an Fragmenten (z.B Adventskranz als Symbol des Kreises) in unserem Leben Teile davon noch erkennen.

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Sonnenfeste

Wintersonnenwende – Dezember

Frühjahr Tag – und Nachtgleiche – 23 .März

Sommersonnenwende Juni

Herbst Tag – und Nachtgleiche – 23. September

Mondfeste

Lichtmess (zunehmender Halbmond im Februar) – 1./2. Februar

Walpurgis (Vollmond) – April/ 1. Mai

Schnitterfest (zunehmender Halbmond) – Juli/1. August

Allerheiligen (November Neumond) – Okt./1. Nov.

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Da die Menschen von diesem Wissen und ihrem Bezug zum Jahreskreis nicht liessen, wurden viele unserer Fest- und Feiertage auf diese Schwellenzeiten gelagert.

WEIHNACHTEN – Geburt des Lichts – YULE – Wintersonnenwende
MARIA LICHTMESS – Imbolc – Lichtmess
WALPURGIS – Beltaine
OSTERN – Ostara – Frühjahr Tag – und Nachtgleiche
JOHANNI – Litha – Sommersonnwende
MARIA HIMMELFAHRT –
Lughnasadh – Schnitterfest
ERNTEDANKFEST – Mabon – Herbst Tag und-Nachtgleiche
ALLERHEILIGEN – Samhain – Halloween
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Mehr zum Jahreskreisfest „Wintersonnenwende“ findest du im Artikel vom 21. Dezember 2020. Alle weiteren stellen wir im nächsten Jahr hier vor.

Bilder: Adelheid Koch – Bild 1, 2, 4 / Cornelia Müller – Startbild, Bild 3

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Wir sind online und feiern das in der Natur und mit den Kräutern, komm mit auf eine Wanderung im Steinwald rund um die Glasschleif!

Es ist so weit, nach langem Schauen und Arbeiten und Kräutern und Netzwerken sind wir heute online und sehr glücklich darüber. Das wollten wir feiern, eigentlich mit einer Release-Wanderung, aber es sollte wohl nicht sein. Wir feiern diesen Tag nun mit einer Videobotschaft an euch. Es kann das Gemeinsame nicht ersetzen, aber es gibt einen Eindruck was und wer Kräuter&Leut sind.

Sandra Scherbl und die Wald-Engelwurz

Wir Kräuter&Leut sind alle ein wenig verliebt, fasziniert und einfach begeistert von den vielen kleinen und schönen großen Dingen, die wir in der Natur entdecken. Wir lieben unsere Kräutlein und die Natur und leben mit und in ihr – jeder auf seine Weise und jede auf ihre. Diese Vielfalt bei uns ist wie die Vielfalt in der Natur – wunderschön, beeindruckend und einzigartig.

Wir leben unsere Leidenschaft und möchten euch mit in die wilde Welt rund um die köstlichen und heilsamen Kräuter mitnehmen. Viel Spaß bei unserer Release-Wanderung rund um die Glasschleif in Pullenreuth.

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Die Himbeerblätter und Sabine Steiner
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Gaby Saller, im Hintergrund am wirken
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Monika Wastl und die Brennnessel
Annette, die Seelenberührerin
Kerstin, die Barfüßläuferin
Marie, die Duftdestillateurin
Ulrike, die Kräutermärchenverliebte
Die Vogelbeere und Petra Stark
Manuela, die Kräuteryogi
Erika, verliebt in das Kräuterdorf Nagel
Cornelia, die Kräuterarchitektin
Melanie, die Staudenliebhaberin
Anja Putzer, die Kräuter- & Heilenergetikerin
Der Apfel und Andrea Wolf

Hoch das Glas auf all die KräuterLeut, auf alle LandBeleberInnen, auf all die RegionalNetzwerkler, auf all die AmtsinhaberInnen, auf all die HeimatUnternehmerInnen, auf alle Presseleute, auf alle KräuterliebhaberInnen und auf alle KräuterBerufenen.

Auf Kräuter&Leut – Prost!

Viel Freude beim Entdecken der Kräuter und der Leut! Wir freuen uns auch über alle Beiträge im #machmit! Kräuterwissensschatz.

Danke an euch! Auf bald.

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Prost! - Auf uns Kräuter&Leut!

Im Frühling, wenn die Natur zu sprießen beginnt, sehen wir uns mit wildem Picknick und einer wunderbaren Runde mit der Natur. 

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Salben rühren mit Heidekraut

Es hieß früher, das ist Hexenwerk!  Den Hexen wurden magische Fähigkeiten zugesagt, im Bösen und im Guten. Sie brauten ihr Gebräu und hatten ihre Kräuterchen, die sie rauchten oder verräucherten.

Sole-Tinktur

Dabei ist die eigene Hausapotheke gar kein Hexenwerk. Wenn du ein Kraut bei dir hast, dann gibt es ein paar Dinge zu beachten. Mischverhältnisse einhalten, auf Haltbarkeit achten, richtig verarbeiten – ein wenig schneiden, ein wenig rühren – schon ist deine eigene grüne Hausapotheke und wilde Genussmanufaktur fertig. Wir zeigen dir auf Wanderungen, Workshops, Seminaren und in Ausbildungen auch gerne wie, wann und was du alles zaubern kannst. Wenn du schon kundig bist oder nur eine kleine Auffrischung brauchst, dann kannst du auch hier auf Kräuter&Leut fündig werden. Unter den Kräutern sind Auszüge und Hinweise verknüpft, die dir die Basics erklären.

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Die innerliche Anwendung einer Tinktur

Schau mal bei Salbei vorbei. Da entdeckst du eine Tinktur und einen Tee. Klick mal auf Kraut- und Blüten-Tinktur und du findest die Anleitung zur Tinktur. Willst du dich mit alkoholischen Auszügen befassen, dann klicke darauf und schau dich um, was es hier alles gibt.

So könnten wir dir eine Vielzahl an Möglichkeiten geben, wie du das Kräuter 1×1 erfahren kannst. Mach dich auf den Weg und schau zwischen Kräutern, Kräutergruppen, Anwendungsgebieten und Verarbeitungsweisen hin und her und wieder zurück – und natürlich kannst du immer die Gelegenheit nutzen auch dein Wissen mit in unseren großen Heimat-Kräuter-Schatz zu legen. Viel Freude mit all den wilden Freunden!

Dörren

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Das erste Kräuterbrot

Im Lock-Down gibt es nun mal keine Präsenzveranstaltungen und gerade in dieser Zeit ist es wichtig, mit sich selbst etwas anfangen zu wissen, ein wenig an die Hand genommen zu werden, Neues. zu erfahren, Unbekanntes auszuprobieren und mit den Sinnen die Natur erleben. Das alles machen die Kinder der Gartenzwerge und Regenbogenbande eigentlich in ihrer Zeit im Garten der Umweltbildungsstation Waldsassen einmal in der Woche. 

Die Leiterinnen dieser Kinder-Naturgruppe, Johanna Härtl und ein paar von Kräuter&Leut haben ihre Köpfe zusammengesteckt und überlegt wie man den Kindern ein kleines schönes Naturpaket schnüren kann. 

 

Daraus sind die Natur-Packerl geworden.

Das Ringelblumenbutterbrot

Jedes Packerl enthält ein Video, einen Steckbrief und noch was zum Machen – Fühlen – Spüren. Das Video ist ein wenig Meditation, ein wenig Theorie, eine kreative Idee zum Thema – die Faszination der Kräuterleut zu genau diesem Pflänzlein oder Element und am Ende eine Idee fürs Butterbrot. Denn das Wichtigste und Besonderste – ja das Herz der ganzen Gartenstunde – das sind die Butterbrote mit Kräutern!

Der Steckbrief ist darauf aufgebaut – ein paar Zeilen Theorie, eine kleine Anleitung zum Tun und ein Bild vom Butterbrot. So haben die Kinder einmal in der Woche Post bekommen, konnten was im Garten abholen und digital gab es ein Video dazu. 

Natur-Packerl 

der Garten – die Feuerbohne – der Spitzwegerich – die Biene –  – das Wasser – die Ringelblume – die Luft – das Gänseblümchen – das Feuer – die Wiese  – das Getreide – die Baumkrone

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..und er mahlet das Korn zu dem kräftigen Brot..

Die Themen waren klein und groß. Von der Ringelblume, dem Spitzwegerich gab es zu sehen und erfahren, aber auch von Wasser, Feuer, Erde, Luft, Wiese und Baumkrone. Da ist mal ein Mückenstich-Stift hergestellt worden, ein Dörrrahmen, aromatisiertes Wasser, Bilder mit Naturpinseln, ein Butterbrot mit Honig zum Bienenthema und und und … ja und einen Jahreseintritt für die ganze Familie in der Umweltstation und eine Freikarte des Geschichtsparks in Bärnau gab es obendrauf. Dieser hat das Ganze mit Julia Gräf und Andrea Wolf auch mit unterstützt und unter anderem Korn zu Mehl gemahlen.

 

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Karo erklärt die Ulme.

Es gab, Wassermeditation, Feuer hören, Ringelblume zupfen, Spitzwegerich ausziehen, Dörrrahmen basteln, Naturpinsel basteln, Mehl mahlen, Honig riechen, in den Baum schauen, eine Bohne groß ziehen, die Biene summen hören, Klangschalen klingen, Wasser schmecken

Die Bohne beginnt zu keimen

Am Ende war es interessant für die Kinder und alle die mitgemacht haben – wir haben alle ein wenig Neues probiert, neue Arbeitsweisen ausprobiert – wir arbeiten Leiber in echt mit den Kräutern. und Kinder, doch auch über diesen Umweg ist etwas wunderbares entstanden. Ein paar dieser Ideen und Ansätze werden auch im nächsten Jahresverlauf fortgeführt! Wir freuen uns schon auf den Frühling, wenn die neue Saison mit dem Butterbrot mit Schildampfer beginnt – denn das ist und bleibt anscheinend der Liebling unter den Butterbroten mit Kräutern.

Adelheid Koch, Andrea Wolf, Christine Brückner, Cornelia Müller, Johanna Härtl, Julia Gräf, Karo Wenisch, Sandra Scherbl, Stefanie Werner

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Kräuterleuttreffen - mit Marie Swakowski, Andrea Wolf und Ulrike Gschwendtner

Mit Land.belebt schafft die Ländliche Entwicklung in Bayern eine Plattform in der LandbeleberInnen aktiv sein können und sich vernetzen. Hinter jedem Projekt stecken begeisterte Menschen, die in ihrem Tun lebendig sind. Ihre Authentizität, Überzeugung und Tatkraft bringen ganz erstaunliche Projekte hervor, die in diesem Rahmen sichtbar und wirkkräftig sind.  

Cornelia Müller - Projektleiterin von Kräuter&Leut und Land.beleberin

Mensch – Tier – Pflanzen, das alles ist hier ein Ökosystem, das aufeinander achtet und miteinander lebt. Es geht um Wertschätzung dem Boden gegenüber, um Verbundenheit zu Land und Leuten und um ein Miteinander. Ein Miteinander das belebt – nicht nur uns, die Akteure, sondern auch die Gemeinschaft und die Gegend. Die einzelnen Land.beleberInnen und Projekte sind auf der Website wunderbar vorgestellt. Einfach faszinierend. Auch wir sind mit unserem Projekt dabei.

Gut besucht, die Blüte des Wiesenbärenklaus.

Land belebt, das geschieht wenn Leute mit ihrer Leidenschaft aktiv sind – in und mit der Natur, dem Ort und der Gemeinschaft.

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